Der asiatisch-pazifische Raum hat eine der weltweit größten Wasserstoff-Projektpipelines aufgebaut. Doch laut einem neuen Bericht des Energy Industries Council (EIC) schafft nur ein Bruchteil der Vorhaben den Sprung von der Planung in die Umsetzung. Die Vertragsvergaben haben sich 2025 halbiert.
Der „Asia Pacific Hydrogen Report 2026" des Energy Industries Council (EIC), eines Branchenverbands der globalen Energielieferkette, erfasst 221 Wasserstoffprojekte in der Region. Zusammen stehen sie für ein potenzielles Investitionsvolumen von rund 407 Milliarden US-Dollar. Allerdings befinden sich von der 56,35 GW umfassenden Pipeline für grünen Wasserstoff lediglich 6,46 GW im Bau. Die Zahl der Vertragsvergaben sank von 54 im Jahr 2024 auf 27 im Jahr 2025.
Fehlende Abnahmeverträge und Infrastrukturlücken bremsen Projekte
Dem Bericht zufolge scheitern viele große Export- und Hub-Projekte bereits in der Machbarkeitsphase. Als Hauptgründe nennt der EIC fehlende Abnahmegarantien, Infrastrukturlücken, langsame Genehmigungsverfahren und Engpässe in der Lieferkette. „Like other regions, Asia Pacific doesn't have a problem with developing hydrogen projects on paper, but rather with building them. The projects moving forward are the ones with credible buyers, realistic economics, infrastructure in place and, most importantly, a clear policy direction", sagt Rebecca Groundwater, Global Head of External Affairs beim EIC.
Australien größter Markt auf dem Papier – Indien bei der Umsetzung vorn
Australien ist mit 63 Projekten und einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 240 Milliarden US-Dollar der auf dem Papier größte Markt der Region. Indien folgt mit 60 Projekten und rund 105 Milliarden US-Dollar. Während mehrere australische Großprojekte verzögert, verkleinert oder gestrichen wurden, zeigt Indien laut dem Bericht eine stärkere Umsetzungsdynamik. Dort befinden sich große Produktionszentren im Bau, und eine politisch gestützte Ammoniak-Nachfrage hilft Entwicklern, frühzeitig Abnehmer zu sichern.
Japan und Südkorea positionieren sich dem Bericht zufolge eher als Nachfrage- und Importmärkte denn als Standorte für Großproduktion. Aufstrebende Märkte wie Vietnam, Thailand und Indonesien befinden sich noch in einem frühen Stadium und sind stärker von politischen, infrastrukturellen und kostenbedingten Hürden betroffen.
Globaler Trend: Nur 3,4 Prozent des Projektvolumens vor Investitionsentscheidung
Die Ergebnisse spiegeln einen globalen Trend wider. Laut den EIC-Daten aus dem vierten Quartal 2025 umfasst die weltweite Wasserstoff-Pipeline 1.175 Projekte mit einem geschätzten Gesamtwert von 1,423 Billionen US-Dollar. Davon standen jedoch nur 109 Projekte im Wert von rund 49 Milliarden US-Dollar vor einer finalen Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID). Das entspricht 9,28 Prozent der Projekte und lediglich 3,44 Prozent des gesamten Projektvolumens.