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Aufstockungen und Dachausbau

Neues Wohnen oben

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum gehört neben dem Klimawandel zu den drängendsten Herausforderungen vieler Städte. Gleichzeitig erfordert die Wärmewende eine konsequente Modernisierung des Gebäudebestands, während eine zusätzliche Flächenversiegelung zugunsten einer verträglichen Nachverdichtung möglichst vermieden werden soll. Dachaufstockungen und Dachausbauten bieten die Möglichkeit, diese Ziele miteinander zu verbinden. Sie schaffen neuen Wohnraum innerhalb bestehender Quartiere, nutzen die bereits vorhandene Infrastruktur und vermeiden im Vergleich zum Neubau auf der „grünen Wiese“ folgenreiche Eingriffe in Natur und Landschaft.

Aufstockungen bieten viele Vorteile ...

Studien zum Nachverdichtungspotenzial – unter anderem von der TU Darmstadt – zeigen, dass auf und unter den Dächern deutscher Städte erhebliche Flächenreserven vorhanden sind. Sie beziffern das Gesamtpotenzial auf 2,3 bis 2,7 Millionen neue Wohnungen [1]. Gleichzeitig eröffnen Aufstockungen häufig die Chance, notwendige energetische Sanierungen des Bestands wirtschaftlich zu finanzieren. Das zusätzlich gewonnene Bauvolumen kann aus finanzieller Sicht dazu beitragen, Fassaden zu modernisieren, Heizungsanlagen zu erneuern oder Photovoltaikanlagen zu installieren. Auch die Bewohner des Bestands können durch eine energetische Aufwertung der Gebäudehülle, modernisierte Gebäudetechnik, neue gemeinschaftlich nutzbare Außenbereiche oder ergänzte Aufzüge in mehrfacher Hinsicht profitieren.

... sind aber eine komplexe Herausforderung

Die Bedeutung einer integralen Planung wird jedoch häufig unterschätzt. Vor allem schlecht oder gar nicht gedämmte Dachwohnungen lassen sich aufgrund ihrer exponierten Lage in der stürmischen und frostigen Winterzeit nur unzureichend beheizen und sind vor allem für sommerliche Überhitzung anfällig. In der Praxis zeigt sich dies unter anderem an der zunehmenden Nachrüstung von Split-Klimageräten bei sanierungsreifen Dachgeschosswohnungen, die zwar genutzt, jedoch hinsichtlich Wärmeschutz und Kühlung nie auf die heutigen klimatischen Randbedingungen ausgelegt wurden. Für Energieberater ergibt sich daraus eine komplexe Aufgabe: Nicht allein die energetische Qualität einzelner Bauteile steht im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel von Bauphysik, Gebäudetechnik, Konstruktion und Nutzerkomfort.

Besonderheiten bei Aufstockungen und Dachausbauten

Dachaufstockungen unterscheiden sich grundlegend von Neubauten [2]. Ausgangspunkt jeder diesbezüglichen Planung ist die Frage, welche Lastreserven der Gebäudebestand bietet. Das ist oft nur aufwändig zu klären, da auf Bestandspläne erfahrungsgemäß wenig Verlass ist. Während massive Bauweisen häufig Verstärkungen an der Bestandskonstruktion erfordern, ermöglichen leichte Konstruktionen – insbesondere im Holzbau – vielfach eine wirtschaftliche Umsetzung, ohne die Konstruktion des Bestandes ertüchtigen zu müssen.

Allerdings ergeben sich im Holzbau bei höheren Gebäudeklassen – vor allem GK 4 und 5 – gemäß der jeweiligen Landesbauordnungen, der Holzbaurichtlinie und anderer bautechnischer Vorgaben zu beachtende Besonderheiten, vor allem in Bezug auf die bauordnungsrechtlichen Nachweise und Zulässigkeiten, welche Erleichterungen für die jeweilige Bestandsaufstockung konkret gelten.

Eine hohe Vorfertigung verkürzt die Bauzeit und reduziert Lärm, Schmutz und andere Beeinträchtigungen für die Bewohner. Gleichzeitig geht eine leichte Bauweise mit bauphysikalischenSpezifikationen einher. Dies gilt auch für Ausbauten vorhandener Dächer [3]. Im Vergleich zu massiven Konstruktionen bietet der Holzbau deutlich weniger Speichermasse, was einen sorgfältig geplanten sommerlichen Wärmeschutz bedingt, um den thermischen Komfort ganzjährig zu gewährleisten.

Neben den konstruktiven Voraussetzungen bestimmen zahlreiche planungsrechtliche Randbedingungen die Machbarkeit. Bereits eine zusätzliche Wohneinheit kann sich maßgeblich auf Brandschutz, Gebäudeklasse, Rettungswege oder die Erschließung auswirken. Abhängig von Landesbauordnung und kommunalen Vorgaben müssen zusätzliche Stellplätze nachgewiesen oder finanziell abgelöst werden.

Bei höheren Gebäuden stellt sich gegebenenfalls die Frage nach einem Aufzug. Auch alternative Erweiterungskonzepte, etwa die Verbindung der neuen Wohnfläche mit der darunterliegenden Wohnung zu einer Maisonette, können sinnvoll sein und rechtliche Anforderungen vereinfachen.

Weitere Fragen betreffen die technische Erschließung der neuen Flächen – insbesondere was raumgreifende Installationen wie Abwasser und Lüftung (soweit vorhanden) angeht. An welche Schächte kann angeschlossen werden? Sind entsprechende Reserven vorhanden oder besteht Anpassungsbedarf?

Die Erschließung der neuen Wohnungen betrifft jedoch nicht nur die spätere Nutzung, sondern bereits den Bauablauf. Materialtransport, Kraneinsatz und Witterungsschutz müssen sorgfältig geplant werden, insbesondere wenn die Wohnungen während der Bauzeit bewohnt bleiben. Vorfertigung im Holzbau reduziert hier sowohl Bauzeit als auch Feuchterisiken.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Gestaltung der Dachflächen. Nutzbare Außenräume wie Dacheinschnitte, Dachterrassen oder Loggien steigern zwar die Wohnqualität, erzeugen jedoch komplexe bauphysikalische Details. Anschlüsse zwischen Abdichtung, Tragwerk und Wärmedämmung gehören zu den sensibelsten Bereichen der gesamten Konstruktion und verlangen eine sorgfältige Planung. Für Öffnungen in geneigten Dachflächen bietet die Bauindustrie inzwischen eine sehr große Bandbreite an Möglichkeiten, vom Dachflächenfenster in allen Varianten bis zum Oberlicht (Abb. 1) [4].

Bauphysikalische Ausgangslage

Kaum ein anderes Gebäudeteil ist Witterungseinflüssen so stark ausgesetzt wie das Dach, weshalb Aufstockungen und Dachausbauten diesbezüglich besonders im Fokus stehen. Hohe Windgeschwindigkeiten beanspruchen die Gebäudehülle und beeinflussen zugleich die Luftdichtheit. Das A/V-Verhältnis ist gegenüber Regelgeschossen per se ungünstiger und wird durch Dachgauben oder andere Vor- und Rücksprünge zusätzlich verschlechtert. Dadurch fallen Transmissionswärmeverluste stärker ins Gewicht und sowohl niedrige U-Werte als auch die Begrenzung des Wärmeeintrags infolge sekundären Wärmetransports gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig wirken solare Lasten auf geneigte Dachflächen oder gar Flachdächer natürlich vor allem im Sommer wesentlich intensiver als auf vertikale Fassaden.

Die Intensität der solaren Einstrahlung hängt maßgeblich von Dachneigung und Orientierung ab. Südorientierte geneigte Dachflächen erreichen im Sommer deutlich höhere Einstrahlungswerte als senkrechte Fassaden, während Ost- und Westdächer insbesondere in den Morgen- beziehungsweise Abendstunden hohe Wärmelasten aufnehmen. Eine schematische Darstellung der Einstrahlungsanteile in Abhängigkeit von Dachneigung und Orientierung (Abb. 3) verdeutlicht diese Zusammenhänge und gibt wichtige Hinweise auf die optimale Verschattung transparenter Bauteile. Sie zeigt aber auch die Potenziale für die aktive solare Nutzung auf: Photovoltaik- und Solarthermieanlagen erreichen auf Dachflächen häufig optimale Erträge. In letzter Zeit steigt das Interesse an gebäudeintegrierten Photovoltaiksystemen (BIPV) in Form sogenannter In-Dach-Lösungen, die nicht nur Energie erzeugen, sondern gleichzeitig die Funktion der Dacheindeckung übernehmen und optisch kaum von Ziegeln zu unterscheiden sind. (Abb. 2).

Bei Dachausbauten und Aufstockungen ist zwischen Änderungen bestehender Bauteile nach § 48 GEG und Erweiterungen beziehungsweise Ausbauten mit neu hinzukommenden beheizten oder gekühlten Räumen nach § 51 GEG zu unterscheiden. Während bei Maßnahmen nach § 48 GEG für Dachflächen gegen Außenluft grundsätzlich U ≤ 0,24 W/(m²K) gilt, wird bei neu hinzukommenden beheizten Räumen nach § 51 GEG der zulässige Transmissionswärmeverlust der neu geschaffenen Gebäudeteile anhand des Referenzgebäudes bestimmt. Eine Dachaufstockung ist daher energetisch nicht pauschal als Neubau zu behandeln; vielmehr ist die konkrete Maßnahme hinsichtlich Bestand, Erweiterung und neu geschaffener beheizter Flächen differenziert zu bewerten. Ist die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche > 50 m², sind zusätzlich die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz nach § 14 GEG einzuhalten.

Winterlicher Wärmeschutz

Im winterlichen Wärmeschutz lassen sich mit heutigen Holzbaukonstruktionen problemlos sehr gute Dämmstandards erreichen. Entscheidend ist, dass die Dämmebene möglichst durchgängig und ohne Unterbrechungen über die Anschlussbereiche geführt wird. Metallische Verbindungsmittel, Stahlbauteile oder beispielsweise aus statischen Gründen erforderliche konstruktive Unterbrechungen der Dämmebene können lokal erhöhte Wärmeverluste und niedrige Innenoberflächentemperaturen verursachen. Wärmebrücken sind daher nicht nur hinsichtlich zusätzlicher Transmissionswärmeverluste, sondern insbesondere hinsichtlich des Risikos von Tauwasser und Schimmelbildung an der raumseitigen Oberfläche zu bewerten.

Bei anspruchsvollen Bestandsaufstockungen empfiehlt sich eine zweidimensionale thermische Berechnung kritischer Details. Der Einfluss der Wärmebrücken ist auch im energetischen GEG-Nachweis zu berücksichtigen. Ebenso wichtig ist eine möglichst durchgängige Luftdichtheitsebene, um Feuchteeinträge dauerhaft zu vermeiden. Die Luftdichtheits- und Dampfbremsebene müssen hygrothermisch richtig positioniert und an den Bestand angeschlossen werden. DIN 4108-2 enthält Anforderungen an den Mindestwärmeschutz, den Wärmebrückenbereich und an die Luftdichtheit; für detaillierte zweidimensionale Nachweise ist insbesondere DIN EN ISO 10211 maßgebend.

Eine besondere Herausforderung stellen die unterschiedlichen Verformungseigenschaften von Bestand und Neubau dar. Während massive Bestandsgebäude langfristig weitgehend dimensionsstabil bleiben, reagieren Holzkonstruktionen auf Feuchteänderungen und Belastungen mit geringen, aber relevanten Verformungen. Anschlussdetails müssen diese Bewegungen aufnehmen können, ohne ihre Funktion hinsichtlich Tragfähigkeit, Luftdichtheit, Feuchte- und Schlagregenschutz oder des Wärme- und Brandschutzes zu verlieren. Neuralgische Stellen dieser Art sind bestehende Außenwände, Dächer, First, Gauben, Ortgang oder Traufe. Eben diese geometrisch und konstruktiv komplexen Bereiche sind zugleich häufig wärmebrückenrelevant. Ihr Einfluss ist daher im Rahmen des Wärmebrückennachweises – gegebenenfalls unter Verwendung zweidimensionaler Wärmebrückenberechnungen nach DIN EN ISO 10211 – zu erfassen und bei der Ermittlung des Wärmedurchgangs entsprechend zu berücksichtigen.

Sommerlicher Wärmeschutz

Der sommerliche Wärmeschutz entwickelt sich zunehmend zum bestimmenden Planungsaspekt, denn extreme Hitzeereignisse nehmen zu. Aufgrund geringer Speichermassen erwärmen sich leichte Konstruktionen schneller als massive Bauweisen. Das Ziel muss daher sein, den Wärmeeintrag bereits an der Gebäudehülle zu begrenzen. Ein außenliegender Sonnenschutz ist oft unverzichtbar. Dies gilt insbesondere für Dachflächenfenster, deren nahezu senkrechter Einstrahlungswinkel hohe solare Gewinne und damit im Sommer entsprechende Hitzelasten verursacht. Außenliegende Rollläden oder Markisen sind innenliegenden Verschattungssystemen deutlich überlegen. Auch Dachgauben reduzieren den Strahlungseintrag und verbessern gleichzeitig Belichtung und Nutzbarkeit.

Ergänzend sollte das natürliche Lüftungspotenzial konsequent genutzt werden. Dachwohnungen verfügen aufgrund ihrer exponierten Lage häufig über gute Voraussetzungen für eine wirksame Nachtauskühlung, insbesondere, wenn eine solche auch bei Regen gesichert ist. Fensteranordnung, ausreichende Lüftungsquerschnitte und gegebenenfalls automatisierte Lüftungssysteme sollten deshalb bereits frühzeitig in die Planung integriert werden.

Eine Querlüftung sollte generell angestrebt werden, gegebenenfalls kann auch ein Verbund über die Vertikale oder eine Schachtlüftung zielführend sein. Es ist ratsam, Dachflächenfenster mit motorisierter Öffnungs- und Verschattungsfunktion und eventuell sogar integriertem ventilatorgestütztem Zuluftelement zu wählen – hierfür sind dank integrierter PV-Module im Rahmenprofil keine aufwändigen Elektroinstallationen mehr nötig.

Erst wenn alle passiven Maßnahmen ausgeschöpft sind, sollte eine aktive Kühlung in Betracht gezogen werden. Die zum Teil überbordende Nachrüstung von Kältetechnik ist vielfach Ausdruck einer unzureichenden Planung und keineswegs die zwangsläufige Folge eines Dachausbaus.

Der rechnerische Nachweis allein genügt nicht

Die Planung von Dachausbauten und Aufstockungen muss – viel stärker als bei Regelgeschossen – zweierlei Aufgaben gleichermaßen effizient erfüllen: Es sind sowohl die winterlichen Transmissionswärmeverluste zu minimieren als auch die sommerliche Überhitzung zu begrenzen. Schon alleine daher geht die Rolle der Energieberatung bei Dachaufstockungen weit über den rechnerischen Nachweis einzelner Bauteile hinaus. Vielmehr müssen Bestand und Erweiterung gemeinsam im Sinne einer integralen Planung betrachtet werden.

Entscheidungen über Anlagentechnik, Dämmstandard, Fenster oder Lüftung beeinflussen sowohl die neue Nutzungseinheit als auch den vorhandenen Gebäudebestand. Besondere Synergien entstehen, wenn Aufstockung und energetische Sanierung gemeinsam geplant werden. Die ohnehin erforderliche Erneuerung des Daches ermöglicht es beispielsweise, bei der Dämmung nachzulegen und Solaranlagen zu installieren – idealerweise in Kombination mit Begrünungen.

Aufstockungen erfordern eine integrale Planung

Dachaufstockungen überzeugen nicht nur bauphysikalisch, sondern auch ästhetisch besonders dann, wenn sie Bestandteil eines ganzheitlichen Modernisierungskonzepts sind. Ganzheitliche Lösungsansätze mit einem hohen Innovationsgrad zeigen beispielsweise die im Rahmen des Solar Decathlon Europe entwickelten Projekte (siehe Infokasten).

So zeigt das coLLab-Projekt der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT), wie bei einem typischen Betonskelett-Verwaltungsbau durch die Aufstockung zweier Etagen in leichter Holzbauweise zusätzlicher Wohnraum mit energetischer Sanierung des Bestands und Solarenergienutzung effizient miteinander kombiniert werden kann (Abb. 5).

Neben einem ganzheitlichen energetischen Sanierungskonzept für Bestand und Aufstockung wurden unter anderem Solarkamine, adiabate Kühlung über die Gebäudeöffnungen der Aufstockung und eine gestaltprägende, parametrisch optimierte Fassade mit organischer Photovoltaik zur Verschattung geplant. Die Aufstockung ist ein modularer Holzbau mit maximalem Vorfertigungsgrad. Für den Wettbewerb wurde die Aufstockung als voll funktionsfähiger 1:1-Mock-Up gebaut und getestet.

Als besondere Form der Aufstockung wird zudem auf eine neuartige Gebäudetypologie verwiesen, die an der HFT Stuttgart entwickelt wurde: das sogenannte Kompakte Hofhaus [6] mit Niedrigst- oder Plusenergiestandard. Hier werden wesentliche Teile der Dachflächen als hochwertige und vollständig private Außenräume nutzbar oder für Solarenergie in Kombination mit Begrünung genutzt. Diese Typologie bietet Qualitäten, die sonst nur größere Einfamilienhäuser mit privaten Gartenflächen bieten. Auf diese Weise lassen sich insbesondere sehr tiefe oder lärmbelastete Dachflächen für eine hochwertige Nachverdichtung erschließen.

Aufstockungen und Dachausbauten leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Sie schaffen dringend benötigten Wohnraum, stärken bestehende Quartiere und können die energetische Modernisierung wirtschaftlich unterstützen. Ob eine Aufstockung langfristig erfolgreich ist, entscheidet jedoch weniger die Wahl einzelner Baustoffe als vielmehr die Qualität des integralen Planungsprozesses.

Wärme- und Feuchteschutz, sommerlicher Wärmeschutz, Luftdichtheit, Anschlussdetails und die Einbindung regenerativer Energien müssen frühzeitig zusammen gedacht werden. Gerade an dieser Schnittstelle kommt Energieberaterinnen und Energieberatern eine Schlüsselrolle zu. Sie verbinden bauphysikalische Anforderungen mit Architektur, Gebäudetechnik und Tragwerksplanung tragen damit wesentlich dazu bei, dass aus zusätzlichem Wohnraum dauerhaft komfortable, energieeffiziente und klimagerechte Gebäude entstehen.

Literatur und Quellen

[1] Tichelmann, K. et al.: Deutschlandstudien 2015 und 2019, Wohnraumpotenziale in urbanen Lagen, TU Darmstadt, 2016/2019. https://t1p.de/GEB260720, ­https://t1p.de/GEB260721. Außerdem Dittel, M.; Bünsow, T.: Studie – Mehr Wohnraum im Dach. Leaftech Hamburg, 2025. https://www.dachstudie.de)

[2] Jocher, T.; Wietzorrek, U.: Dachräume. DETAIL, 2018

[3] Stahr, M.; Hinz, D.: Sanierung und Ausbau von Dächern. Vieweg+Teubner, 2011

[4] Cremers, J. et al.: Atlas Gebäudeöffnungen – Fenster, Lüftungselemente, Außen­türen. DETAIL, 2015

[5] Stave, JL; Cremers, J. et al.: coLLab – Low-Tech trifft Innovation bei einer Auf­stockung und Sanierung mit einer OPV-Fassade. Bauphysik 44, 2022

[6] Cremers, J. et al.: Kompakte Hofhäuser – Anleitung zu einem urbanen Gebäudetyp. Triest, 2021

Prof. Dr.-Ing. Jan Cremers
ist Architekt und vertritt seit 2008 das Fachgebiet Gebäudetechnologie an der Hochschule für Technik in Stuttgart in der Architektur und im von ihm mit aufgebauten Studiengang KlimaEngineering. Seit 2017 ist er Dekan der Fakultät für Architektur und Gestaltung. In der Forschung beschäftigt er sich mit einer großen Bandbreite an Themen des nachhaltigen Bauens, er war unter anderem Projektleiter für die HFT-Beiträge zum Solar Decathlon.

Bild: Jan Cremers

1 Beispiel für ein Wohn-Fassadenanschlussfenster mit Balkonfunktion

Bild: Designo R1, Roto Frank

1 Beispiel für ein Wohn-Fassadenanschlussfenster mit Balkonfunktion
2 Sieht aus wie ein normales Dach: BIPV als Indach-Lösung

Bild: Axel Jetter, SunStyle

2 Sieht aus wie ein normales Dach: BIPV als Indach-Lösung
3 Relative solare Einstrahlung für den Standort Berlin in Abhängigkeit von Neigung (Azimut) und Ausrichtung einer Fläche (100 Prozent entsprechen 1.055 kWh/m²a)

Bild: HFT Stuttgart

3 Relative solare Einstrahlung für den Standort Berlin in Abhängigkeit von Neigung (Azimut) und Ausrichtung einer Fläche (100 Prozent entsprechen 1.055 kWh/m²a)
5 Im Rahmen des Solar Decathlon entstand das coLLab-Projekt der HFT in Stuttgart – eine Aufstockung in leichter Holzbauweise.

Bild: HFT Stuttgart

5 Im Rahmen des Solar Decathlon entstand das coLLab-Projekt der HFT in Stuttgart – eine Aufstockung in leichter Holzbauweise.

Kurz und knackig

Dachaufstockungen und -ausbauten nutzen ungenutzte Flächen in Städten, schaffen dringend benötigten Wohnraum und unterstützen gleichzeitig die energetische Sanierung bestehender Gebäude. Der Artikel zeigt zentrale Anforderungen an Statik, Bauphysik, Wärmeschutz und technische Erschließung auf und betont die Bedeutung integraler Planung. Vorgestellt werden innovative Holzbauweisen, Herausforderungen beim sommerlichen Hitzeschutz sowie Beispiele aus Forschung und Praxis. Energieberater ­spielen eine Schlüsselrolle im Planungsprozess.

Literatur- und Lesetipps zum Thema

  • Viele Beiträge zur Wettbewerbsreihe „Solar Decathlon“ haben sich intensiv und ganzheitlich mit der Thematik dieses Beitrags befasst, eine große Bandbreite an Lösungsansätzen entwickelt, die alle in großer Tiefe durchgearbeitet und umfangreich dokumentiert sind. Dieser Fundus an innovativen Ideen und Ansätzen ist frei online verfügbar. https://building-competition.org
  • Besonders empfehlenswert sind die Beiträge zum Solar Decathlon Europe ab 2014, insbesondere der Wettbewerb in Wuppertal 2021/22. Über das Portal sind zu allen Beiträgen alle Pläne, Details, Nachweise, Simulationsergebnisse usw. herunterladbar, unter anderem auch die Beiträge der HFT Stuttgart. https://t1p.de/GEB260722
  • Lesenswert ist zudem das Fachbuch Solares und kreislaufgerechtes Bauen: die deutschen Beiträge zum Solar Decathlon Europe 21/22. KIT, 2023 https://t1p.de/GEB260723
  • Im Rahmen eines mehrjährigen Projekts wurde in Baden-Württemberg ein umfangreicher Online-Leitfaden zum Thema BIPV entwickelt, hier wird insbesondere auf das Thema „Solare Dachgestaltung“ verwiesen. https://t1p.de/GEB260724

GEB Podcast Gebäudewende

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