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VW will noch 2026 bidirektionales Laden für Privatkunden anbieten

Volkswagen will gemeinsam mit der konzerneigenen Energiemarke Elli ab dem vierten Quartal 2026 ein vollständig integriertes Vehicle-to-Grid-Angebot (V2G) für Privatkunden in Deutschland einführen. Eine Vorregistrierung soll bereits ab Juni 2026 möglich sein. Weitere europäische Länder will der Konzern nach eigenen Angaben sukzessive einbinden. Das Paket umfasst einen dynamischen Stromtarif, eine bidirektionale DC-Wallbox, ein Smart Meter sowie eine digitale App. Damit baut Volkswagen sein bestehendes Heimlade- und Energieökosystem aus.

Vergütung unabhängig vom Handelserfolg

Kunden sollen in einem ersten Schritt eine Vergütung dafür erhalten, dass sie ihre Fahrzeugbatterie für den Energiehandel zur Verfügung stellen. Diese Vergütung erfolgt nach Unternehmensangaben unabhängig vom Handelserfolg und richtet sich nach der gewählten Flexibilität beim Laden. Das Einsparpotenzial wird im Markt laut Volkswagen auf 700 bis 900 Euro jährlich geschätzt. Perspektivisch soll das Laden nahezu kostenneutral werden.

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„Mit Vehicle-to-Grid schaffen wir genau das: deutlich geringere Ladekosten zu Hause – und perspektivisch ein nahezu kostenfreies Laden“, sagt Martin Sander, Vorstand für Vertrieb, Marketing und After Sales bei Volkswagen Pkw. Die gesamte ID-Familie sei seit 2023 bidi-ready, wie es VW nennt.

Eine Million Fahrzeuge technisch vorbereitet

Technologische Grundlage ist die modulare E-Antriebsplattform (MEB) des Konzerns. Rund eine Million Fahrzeuge in Europa sind nach Angaben von Volkswagen bereits technisch für bidirektionales Laden vorbereitet. Mit der kommenden ID-Software 6 soll die Funktionalität auf weitere Batteriegrößen ausgeweitet werden. Robuste Hochvoltbatterien und Schutzsysteme sollen sicherstellen, dass bidirektionales Laden die Batterielebensdauer nicht nennenswert beeinflusst.

Elli übernimmt Rolle als Orchestrator

Die Konzerntochter Elli soll als Bindeglied zwischen Fahrzeug, Kunde und Energiemarkt fungieren. Das Unternehmen betreibt ein eigenes Energiehandels-Team, das rund um die Uhr an der Strombörse EPEX Spot handelt. Elli bündelt Stromtarif, Wallbox, App-Steuerung, die Aggregation von Fahrzeugbatterien sowie den Zugang zu den Energiemärkten.

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„Vehicle-to-Grid entfaltet seinen Mehrwert erst im Zusammenspiel von Fahrzeug, Infrastruktur und Energiemarkt – genau dafür haben wir Elli als Schnittstelle im Konzern aufgebaut“, sagt Giovanni Palazzo, CEO von Elli und SVP Charging and Energy bei Volkswagen Group Components. „Wir vernetzen die Batterien, erschließen durch Aggregation neue Wertpotenziale und machen unser Ziel eines ‚Managed Battery Network‘ erstmals konkret erlebbar.“

Smart Meter als Voraussetzung

Für die breite Nutzung von V2G ist die Integration intelligenter Messsysteme entscheidend. Elli verweist Kunden für den Bezug eines Smart Meters an einen großen wettbewerblichen Messstellenbetreiber. Dieser übernimmt Installation und Bereitstellung hochauflösender Messdaten. Kunden sollen ihren Smart Meter nach Angaben des Konzerns in der Regel innerhalb von acht bis zehn Wochen erhalten und können nach der Konfiguration den V2G-Tarif nutzen.

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Volkswagen verweist zudem auf das gesamtwirtschaftliche Potenzial der Technologie: Studien zufolge könnten in Europa bis 2040 jährlich rund 22 Milliarden Euro an Systemkosten eingespart werden. In Deutschland wurden zuletzt rund 9.500 Gigawattstunden Ökostrom abgeregelt – nach Konzernangaben genug, um etwa drei Millionen Elektrofahrzeuge ein Jahr lang zu betreiben. (nhp)

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