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„Flächen sind neuer Reichtum für die Kommunen“

Schwarzburger: Hohe Energiekosten, wachsender Strombedarf, außergewöhnliche Hitze – der Klimawandel hat viele Facetten. Atomkraftwerke ­gingen vom Netz, überall in Europa.

Ullrich: Wer jetzt noch meint, diese Krise mit herkömmlichen Mitteln bewältigen zu können, liegt offensichtlich falsch. Nur wer den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigt, kann die Probleme ökologisch, ökonomisch und sozial vertretbar lösen.

Schwarzburger: Bis in die Bundesregierung hat sich das noch nicht herumgesprochen. Aber die Fakten entwickeln eine eigene Dynamik. Immer mehr Kommunen und Landkreise erkennen, wie wichtig saubere Energie für die Menschen in ihrer Region ist.

Ullrich: Solarparks und Windparks bringen Einnahmen für die klammen Haushalte. Solarstrom auf Dächern und an Fassaden entlastet die Haushalte von hohen Energiekosten für Schulen, Krankenhäuser, ­Rathäuser und andere Immobilien der öffentlichen Hand.

Schwarzburger: Gebäude und Flächen bekommen Wert durch Sonnenstrom. Sie bedeuten neuen Reichtum für die Kommunen. Denn Sonnenstrom ist krisenfest, das hat sich bei Temperaturen von mehr als 35 Grad ­Celsius deutlich gezeigt.

Ullrich: Der öffentliche Raum profitiert von geringen Kosten für Sonnenstrom. Zunehmend werden innerstädtische Parkflächen mit solaren Carports genutzt. Das erwarte ich auch für öffentliche Plätze oder Schulhöfe. Kluge Bürgermeister und Landräte werden Areale über­dachen, um Schatten zu bieten und zugleich Sonnenstrom zu erzeugen.

Schwarzburger: Die Zahl der E-Autos wächst sprunghaft. Die Betreiber von Supermärkten haben längst erkannt, dass sie diese Klientel durch Lade­säulen anziehen können – gespeist durch Solaranlagen auf dem Dach.

Ullrich: Das wird ein wichtiger Treiber der regionalen Energiewende. Überall das E-Auto laden zu können, zu jeder Zeit und gegen geringes Entgelt, zieht Touristen an – und bringt Einnahmen für die Kommunen.

Schwarzburger: Und es wird unerlässlich für die sogenannte letzte ­Meile, den Lieferverkehr in die Innenstädte oder in historische Areale. Elektrische Lieferfahrzeuge und Lkw werten sie auf, anstatt sie mit Abgasen und ­Motorenlärm zu verpesten.

Ullrich: Solarisierung und Elektrifizierung des öffentlichen Raumes und der öffentlichen Liegenschaften gehen Hand in Hand, weil es sich wirtschaftlich lohnt. Die Einnahmen und die Kostenersparnis verschaffen den Kämmerern Luft.

Schwarzburger: Immer mehr Bürgermeister und Landräte verstehen das. Zumal sich Solaranlagen durch Bürgerbeteiligung oder private Investoren gut finanzieren lassen. Neben der E-Mobilität kommt weiterer Druck aus der Wärmeversorgung. Wärmepumpen und Infrarotheiztechnik steigern gleichfalls den Bedarf an sauberem Strom.

Ullrich: Das nehmen wir uns im Oktoberheft vor. Jetzt geht es erst ­einmal um die Chancen der Kommunen und die Rolle der E‑Mobilität. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine anregende Lektüre!

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