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Bericht benennt Ursachen für Blackout auf der Iberischen Halbinsel

Der Stromausfall, der Spanien und Portugal am 28. April 2025 traf, war laut dem Expertenpanel des europäischen Verbands der Übertragungsnetzbetreiber Entso-E der schwerste Vorfall im europäischen Stromnetz seit über 20 Jahren. Das Panel hat nun seinen Abschlussbericht vorgelegt. Darin identifiziert es die Ursachen und spricht Empfehlungen aus, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Den Vorsitz führten dabei Experten zweier nicht betroffener Übertragungsnetzbetreiber.

Mehrere Faktoren führten zum Kollaps

Dem Bericht zufolge war der Blackout das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender Faktoren. Der Vorfall entwickelte sich über eine Abfolge von Spannungsschwankungen und oszillatorischen Phänomenen. Diese führten zu massenhaften Abschaltungen von Erzeugungsanlagen in Spanien – insbesondere von wechselrichterbasierten Anlagen wie Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Darauf folgten kaskadenartige Überspannungsabschaltungen. Am Ende verlor das iberische System den Synchronismus mit dem synchronen Verbundnetz Kontinentaleuropas (Continental Europe Synchronous Area, CESA).

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Trotz der korrekten Aktivierung der Systemschutzpläne führte das Ausmaß der Kaskadenereignisse innerhalb von Sekunden zum vollständigen Zusammenbruch der spanischen und portugiesischen Stromnetze. Nach dem Blackout begann sofort der Wiederaufbau der Stromversorgung . In Portugal war er nach 12 Stunden abgeschlossen, in Spanien nach 16 Stunden. Das Expertenpanel führt dies auf umfassende Wiederherstellungsprozeduren, Rückfallstrategien und den vollen Einsatz der Beteiligten zurück – darunter Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), Verteilnetzbetreiber (VNB) und Erzeuger.

Empfehlungen in zwei Kategorien

Das Panel unterteilt seine Empfehlungen in zwei Kategorien: solche, die direkt mit den Ursachen des Vorfalls zusammenhängen, und solche, die indirekt relevant sind. Darüber hinaus enthält der Bericht weitere Verbesserungsvorschläge, die zwar keinen direkten Bezug zum Vorfall haben, aber als nützlich für die Weiterentwicklung des Systems eingestuft werden.

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Die Empfehlungen zielen darauf ab, die operative Robustheit zu stärken, den Informationsaustausch zwischen den Beteiligten zu verbessern und ein hohes Niveau der Versorgungssicherheit im europäischen Stromnetz aufrechtzuerhalten. Auf Grundlage dieser Ergebnisse formulieren die Experten Hinweise für die Zukunft: Dazu gehören unter anderem ein verbessertes Monitoring des Systemverhaltens und eine engere Koordination sowie ein intensiverer Datenaustausch zwischen den Akteuren im Stromsystem.

Regulatorische Rahmenbedingungen anpassen

Die Ergebnisse unterstreichen demnach auch die Notwendigkeit, regulatorische Rahmenbedingungen an die sich verändernde Natur des Stromsystems anzupassen. Das Panel betont, dass eine verstärkte Koordination zwischen ÜNB, VNB, Erzeugern und weiteren Akteuren entscheidend sei, um komplexe Systemereignisse wie dieses zu bewältigen. Der Bericht steht hier zum Download bereit. (nhp)

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