Das Familienunternehmen Bürger betreibt in Crailsheim ein automatisiertes Logistikzentrum mit angegliederter Kältezentrale. Das 2024 eröffnete Zentrum bündelt den Warenausgang und schafft Platz, um saisonale Produktionsspitzen aufzufangen. Im Tiefkühlhochregallager stehen bei minus 24 Grad Celsius rund 11.200 Palettenstellplätze bereit; das Frischwarenlager bietet bei plus vier Grad Celsius weitere 4.800.
An Werktagen lagert Bürger dort rund 295 Tonnen verpackte Teigprodukte ein und aus. Förderbänder transportieren die gekühlten oder tiefgekühlten verpackten Waren aus der Produktion in das Logistikzentrum. Die Kältezentrale versorgt jedoch nicht nur die Lager: Der Großteil ihrer Kälteleistung geht an die Produktionslinien, etwa an Prozesskühler und Froster.
Kältezentrale arbeitet mit drei Temperaturniveaus
Die dreistufige Kältezentrale nutzt Ammoniak als Kältemittel. 23 Schrauben- und Kolbenverdichter erreichen zusammen eine Kälteleistung von zwölf Megawatt. Die Anlage stellt Kälte auf unterschiedlichen Temperaturniveaus bereit: Eine Kaltsole mit etwa minus zehn Grad Celsius versorgt unter anderem Frischelager; Ammoniak dient bei etwa minus 25 Grad Celsius beziehungsweise minus 35 Grad Celsius der Prozess- und Tiefkühlung.
Vier Plattenwärmetauscher kühlen die Sole, die anschließend durch das Logistikzentrum und Teile des Bestandswerks strömt. Nur etwa 18 Prozent der produzierten Kälte wird im Logistikzentrum verbraucht, der Löwenanteil geht an die verschiedenen Prozesslinien der Produktion.
Abwärme deckt Bedarf im Werk und im Bad
Bürger nutzt die Abwärme der Verdichter auf zwei Wegen. Wärme aus der Ölkühlung temperiert einen Solekreislauf auf einem Niveau von etwa 45 bis 55 Grad Celsius. Dieser versorgt die Fußbodenheizung der Büros, die Warmwasserbereitung und die Abtauung von Kühlregistern. Ein separater Wärmeerzeuger für das Logistikzentrum ist nach den vorliegenden Projektangaben nicht nötig.
Weitere Wärme gewinnt die Anlage aus dem heißen Kältemittelgas. Ein Enthitzer koppelt sie vor der Verflüssigung aus; die Stadtwerke transportieren sie über eine rund 1,2 Kilometer lange Leitung zum Crailsheimer Bäderkomplex. Beim Betrieb der Verdichter entsteht ausreichend auskoppelbare Wärme, um damit den Bedarf des nahegelegenen Bäderkomplexes zu zwei Dritteln decken zu können.
Photovoltaik liefert verbrauchsgerecht
Bürger hat zudem auf allen technisch sinnvoll nutzbaren Dächern auf seinem Werksgelände PV-Module mit einer Gesamtleistung von drei Megawatt installiert. Sie erzeugen Strom ausschließlich für den Eigenbedarf. Insbesondere in den Sommermonaten, wenn der Kältebedarf am höchsten ist, hat sich die Photovoltaik bewährt. Quelle: Wolf/jb
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