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Neue Wechselrichter für Nutzer und Netz

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen: Künftig werden kaum noch Solaranlagen ohne Batterien gebaut. Gestützt auf Speicher wird der Eigenverbrauch von Sonnenstrom vor Ort optimiert. Die fluktuierende Einspeisung ins Netz – mit langen Stunden negativer Strompreise – gehört der Vergangenheit an. Mit Batterien wird die autarke Versorgung von Krankenhäusern oder Supermärkten auch beim Ausfall des Netzes möglich – Stichwort Resilienz.

Und: Wechselrichter und Speichersysteme stützen zunehmend die Netze. Das hat sich vielleicht noch nicht bis ins Bundeswirtschaftsministerium herumgesprochen, global ist dieser Trend überdeutlich. Statt Kupfertrassen mit viel Geld auszubauen, bieten intelligente Leistungselektronik und Batteriespeicher eine kostengünstige Alternative.

Gute Stimmung bei Anbietern aus Europa

Kein Wunder also: Bei den europäischen Anbietern von Wechselrichtern war in diesem Jahr regelrechte Aufbruchstimmung zu verzeichnen. Unlängst hat die EU entschieden, chinesische Anbieter von öffentlichen Ausschreibungen auszuschließen, zum Schutz von kritischer Infrastruktur. Zudem hat der Blackout in Spanien im vergangenen Jahr deutlich gemacht, welche Bedeutung intelligente Steuertechnik hat, um Netzstörungen zu bewältigen.

Produkte, Preise und die Politik

Nach Auflagen der EU und der VDE-AR-N müssen Wechselrichter mittlerweile zusätzliche Funktionen anbieten, um Netzspannung und Netzfrequenz automatisch zu stützen. Sie müssen kurzzeitige Netzeinbrüche durchfahren (Fault Ride-Through) oder die Anlage neu starten können (Schwarzstart). Schwarzstartfähigkeit für die Anlage und die Netzzelle wird ab 2028 in Netzen gefordert, die mit mehr als zehn Kilovolt Spannung fahren. In der Höchstspannung (VDE AR-N 4130) ist diese Funktion bereits vorgeschrieben.

So kamen mehrere Faktoren zusammen, um dem kriselnden Markt für Wechselrichter neuen Schwung zu verleihen. Das ist an den Bilanzen der Anbieter abzulesen und war auch am Andrang der Fachbesucher in München zu erkennen: Bei SMA, Fronius, Kaco und Kostal steppte der Bär, ebenso bei Huawei, Sungrow oder Goodwe, nicht zu vergessen Solis, Delta, Fimer und etliche andere.

Auf der Messe ging es um Technik und Preise, weniger um Politik. Dennoch waren politische Debatten präsent. Das Ende der Exportprivilegien in China hat wie bei Solarmodulen auch bei Wechselrichtern dazu geführt, dass sich die Preise nach oben bewegen. Während chinesische Anbieter keinen Yuan mehr verdienen – die Rabatte schöpft Peking nun als Steuern ab –, können europäische Anbieter von steigenden Preisen profitieren. Das schafft Luft im harten Wettbewerb, entsprechend selbstbewusst traten sie in München auf.

Huawei gewinnt begehrten Award

Technologisch sind europäische und chinesische Anbieter ebenbürtig. Den begehrten Award der Smarter E räumte Huawei ab, mit dem neuen Stringwechselrichter Sun2000-506KTL. Dieser außerordentlich kompakte Stringwechselrichter für Solarparks leistet 506 Kilowatt, seine Leistungsdichte beträgt 1,5 Megawatt pro Kubikmeter. Zum Vergleich: Vor 17 Jahren wog der Wechselrichter für ein Megawatt noch 35 Tonnen. Heute passen fünf Megawatt in einen 20-Fuß-Container.

Außerdem bietet der Sun2000-506KTL bis zu 1.000 Volt Ausgangsspannung. Höhere Spannungen und Leistungen sind möglich, weil Leistungstransistoren aus Siliziumkarbid mittlerweile die herkömmlichen IGBT aus Silizium verdrängen, vor allem bei großen Stringwechselrichtern und Zentralwechselrichtern.

Sie erlauben sehr hohe Ströme, die Leistungsdichte der Geräte steigt. Leistungstransistoren aus Siliziumkarbid erlauben höhere Wirkungsgrade, eine kompaktere Bauweise und sind beständiger bei höheren Temperaturen. Dadurch werden die Kühlkonzepte einfacher.

Intelligente Steuerung der Netze

Das neue Kraftpaket von Huawei überzeugte die Jury auch durch die Intelligenz, mit der es Probleme im Stromnetz ausbügelt. Kurzzeitige Störungen zu durchfahren, ist mittlerweile Standard und als sogenanntes Fault Ride-Through (FRT) seit einigen Jahren in die Leistungselektronik integriert.

An Bedeutung gewinnt die Bereitstellung von Blindleistung, die bei manchen Projekten mittlerweile vergütet wird. Dann wirkt der Wechselrichter wie ein Phasenschieber, um Netzreserven freizumachen. Dazu braucht er Reserven aus einer Batterie. Faktisch geht keine größere Anlage mehr ohne Blindleistungsregelung ans Netz. Schließlich muss sie auch in der Lage sein, Eigeninduktivitäten aus den Trafos zu kompensieren.

Rotierende Massen ersetzen

Mittlerweile können die Wechselrichter auch Momentanreserven ins Netz bringen. Das war bisher konventionellen Kraftwerken mit Dampfturbinen vorbehalten. Ihre rotierenden Massen wirken aufgrund ihrer mechanischen Trägheit auf das Netz stabilisierend, weil sie kurzzeitigen Veränderungen in Spannung oder Frequenz nur widerwillig folgen.

Wechselrichter beziehen Momentanreserve beispielsweise aus ihrer Überlastfähigkeit. Sie ergibt sich aus der Tatsache, dass man Siliziumkarbid aufgrund seiner höheren Temperaturfestigkeit kurzfristig gut überlasten kann. Am Netz wird diese Funktion als Trägheit wirksam.

Momentanreserve wird mehr und mehr ausgeschrieben und gehandelt. Das bietet zusätzliche Einnahmen für die Anlagenbetreiber und macht den Betreibern der Übertragungsnetze das Leben leichter, ohne dass sie für aufwendige Technik investieren müssten. Für viele Betreiber von Verteilnetzen unter zehn Kilovolt ist das Thema oft noch Neuland – aber es kommt auf die Tagesordnung.

Batterien und Wasserstoff als Speicher

Auch SMA bekam einen Award, für ein herausragendes Projekt seiner Tochtergesellschaft Altenso in Namibia. In Walvis Bay am Rand der Wüste wurde auf 6,5 Hektar ein Solarpark errichtet. Ein Batteriespeicher von 5,6 Megawattstunden und ein Elektrolyseur für grünen Wasserstoff mit fünf Megawatt Leistung sichern die kurzzeitige und langfristige Speicherung des Sonnenstroms.

Fortschrittliches Energiemanagement und mehrtägige Prognosen optimieren die Beladung der Batterien und die Produktion des Wasserstoffs. Das Gleichrichtersystem für die Elektrolyse steckt im kompakten Container, ebenso die Batterien. Der grüne Wasserstoff wird lokal für den Betrieb von Dual-Fuel-Trucks, Bussen, Stromaggregaten und in naher Zukunft einer wasserstoffbetriebenen Lokomotive genutzt. In der namibischen Wüste scheint die Sonne jedes Jahr rund 3.000 Stunden, 300 Sonnentage mit jeweils zehn Stunden. Das sind dreimal so viele wie bei uns.

Neben den Leuchttürmen künftiger Energiesysteme bot die Messe in München vor allem dies: neue Produkte für die Installateure hierzulande, um die Wünsche ihrer Kundschaft noch besser zu bedienen.

Neue Hybridwechselrichter von SMA

SMA stellte erstmals die neue Generation dreiphasiger Hybridwechselrichter vor. Sie integrieren das Energiemanagement, bieten optional Back-up und Anschluss für die Batterie. Mit Leistungen von fünf bis 30 Kilowatt und Speicherkapazitäten von 3,2 bis 49 Kilowatt decken sie die Wünsche privater Kunden und kleiner Gewerbekunden ab.

Die Home and Small Commercial Energy Solution unterstützt nun auch dynamische Stromtarife. Sie ermöglichen es Haushalten, ihren Energieverbrauch flexibel an aktuelle Marktpreise anzupassen – für zusätzliche Einsparpotenziale und mehr selbst genutzten Solarstrom.

Komplettspeicher fürs Gewerbe

Eine Neuheit für Gewerbekunden ist die Komplettlösung Storage XL Package. Sie umfasst einen Indoor- oder Outdoor-Batterieschrank sowie den Batteriewechselrichter Sunny Tripower Storage X. Sie vereint hohe Kapazität, umfassende Sicherheit und zehn Jahre Systemgarantie.

Bei Netzausfällen oder in netzfernen Regionen bieten neue Back-up- und Off-Grid-Boxen zusätzliche Sicherheit für die Stromversorgung. Sie sind gleichfalls für Indoor und Outdoor erhältlich und bieten etliche Anschlussoptionen – bei zehn Jahren Garantie für die Systemtechnik und die Batteriekapazität.

Der Sunny Tripower X 60 ist ein effizienter Wechselrichter für C&I. Er integriert das Energiemanagement und erfüllt hohe Sicherheitsstandards. Zudem kann er Blindleistung bereitstellen. Sein kompaktes Design erlaubt die Wandmontage, um die Installation zu vereinfachen.

Ausgelegt für gewerbliche Anwendungen ist die Commercial Energy Solution, eine skalierbare Gesamtlösung aus Wechselrichtern, Batteriespeicher, Wallbox für E-Mobilität und Energiemanagement, die viele Einsatzbereiche abdeckt.

Innovationen fürs Projektgeschäft

Für Großanlagen bietet SMA die Stability Enhanced DC Coupled Hybrid Solution, netzbildende Systemtechnik und neuerdings Anwendungen für kritische Lasten. Die Large Scale Stability Enhanced DC Coupled Hybrid Solution ermöglicht netzbildende Photovoltaiksysteme. Die Hybridlösung vereint effiziente DC-Kopplung, netzbildende Wechselrichter und netzstabilisierende Anlagenregelung.

Mit MVPS 9200 zeigte SMA zudem eine kompakte Mittelspannungsstation. Sie besteht aus zwei leistungsstarken Wechselrichtern, zwei Transformatoren und der Schaltanlage, kombiniert im kompakten 40-Fuß-Container. Das redundante System ermöglicht den Weiterbetrieb selbst bei Ausfall eines Transformators.

Mit Large Scale Critical Loads bietet SMA neue Lösungen für die Integration großer Verbraucher wie Rechenzentren, deren dynamische Lastprofile besondere Anforderungen an Netzstabilität, Systemintegration und Regelung stellen. Die Lösung kann Lastschwankungen stabilisieren und sichert den netzdienlichen Betrieb kritischer Infrastrukturen.

Fronius erweitert Reserva für Gewerbe

Made in Europe: Mit diesem Slogan präsentierte sich Fronius aus Österreich in München. Neben leistungsstarken Batterien wurden Notstromsysteme, umfangreicher Support für Installationspartner und vielfältige AC-Ladetechnik gezeigt. Im Mittelpunkt stand die Speicherfamilie Reserva – angeführt vom neuen Reserva Pro.

Die Hochvoltbatterie versorgt Landwirtschaft, Gewerbe und anspruchsvolle Haushalte – vom Einfamilienhaus bis zum Unternehmen. Der neue Reserva Pro ist modular aufgebaut und lässt sich von zwölf bis 32 Kilowattstunden pro Turm sowie bis zu 128 Kilowattstunden im Parallelbetrieb erweitern. Er ist optimal auf die Hybridwechselrichter Gen24 Plus und Verto Plus abgestimmt. Dank DC-Kopplung bietet das System hohe Effizienz. Notstrom, Schwarzstart und die einfache Erweiterbarkeit machen den Speicher zum Allround-Talent.

Als Pionier bei kompakten Notstromlösungen zeigte Fronius, wie ganzheitliche Systeme aussehen. Mit dem Backup Controller entsteht ein leistungsstarkes Set-up, das selbst große Verbraucher zuverlässig versorgt – auch bei Netzausfall.

Fronius ist seit mehr als 30 Jahren im Solargeschäft und bekannt für hohe Standards in Service und Support. Der Fronius Tech Support bietet Schulungen, individuelle Betreuung, Ersatzteile und praxisnahe Onlinetools, um die Installateure im Alltag zu unterstützen – von der Planung bis zur Inbetriebnahme und Wartung.

Spannende Neuheiten von Kostal

Zur Intersolar präsentierte Kostal Solar Electric neue Lösungen für Speicher, dynamische Stromtarife, E-Mobilität, intelligente Steuerung und digitale Vernetzung. „Photovoltaik ist so spannend wie nie“, sagte Frank Henn, Chef der Solarsparte von Kostal. „Solarstrom, Speicher, dynamische Stromtarife, intelligente Steuerung und E-Mobilität erweitern Photovoltaikanlagen um neue Anwendungen und zusätzliche Möglichkeiten. Davon profitieren Installateure, Großhandel, Partner und Anlagenbetreiber gleichermaßen – durch mehr Flexibilität, neue Potenziale und einen effizienteren Umgang mit Energie.“

Kostal verfolgt einen offenen Systemansatz: Hardware, Software und digitale Services – auch von Drittanbietern – greifen ineinander und schaffen flexible Lösungen mit echtem Mehrwert. Dank breiter Kompatibilitäten bleiben Anlagenbetreiber und Installateure flexibel und können die jeweils passende Lösung nutzen. Diese Neuheiten wurden vorgestellt:

Batteriewechselrichter Plenticore BI 25: Das leistungsstarke Gerät für moderne Speicher und intelligente Energieverteilung lässt sich flexibel einsetzen. Es eröffnet neue Möglichkeiten zur Speicherung, zum Eigenverbrauch und Energiemanagement.

Multi-Device-Control: Die intelligente Steuerung für mehrere Wechselrichter vereinfacht Planung, Installation und Energiemanagement, insbesondere bei größeren oder anspruchsvolleren Anlagenkonzepten.

Auto Backup Switch: Mehr Versorgungssicherheit durch automatische Umschaltung im Back-up-Fall, einfach integriert in moderne Solarsysteme mit Speicher.

Solar 4me App: Neue Funktionen und ein erweitertes Nutzererlebnis sorgen für mehr Transparenz, einfacheres Monitoring und eine komfortable Steuerung moderner Energiesysteme.

Kaco: Aktiver Baustein am Netz

Bei der Siemens-Tochter Kaco New Energy aus Neckarsulm waren netzbildende Funktionen in diesem Jahr ebenfalls das Thema schlechthin. „In der Höchstspannung werden netzbildende Eigenschaften bereits über die VDE-AR-N 4130 adressiert“, erklärte Entwicklungsingenieur Jonathan Ritter, bei Kaco unter anderem für Zertifizierungen und Gerätetests zuständig. „Auch für Hoch- und Mittelspannung wird darüber diskutiert.“

Grundsätzlich gehe es darum, dass Wechselrichter eigenständig und schnell auf Schwankungen von Frequenz und Spannung reagieren. Für netzbildende Wechselrichter werden integrierte Sensorik, Diagnosefunktionen und prädiktive Wartung wichtiger. Entscheidend ist, die Geräte im Betrieb besser zu überwachen und Servicefälle einfach zu handhaben. Bei der Software stehen robuste Regelalgorithmen und Cybersecurity im Fokus. Wechselrichter müssen zuverlässig auf Netzereignisse reagieren und gleichzeitig sicher betrieben werden.

Auch Upgrades werden wichtiger, um die Geräte auf künftige Anforderungen vorzubereiten. „Der Wechselrichter entwickelt sich vom eher passiven Umrichter, der dem Netz folgt und Strom einspeist, hin zum noch aktiveren Netzbaustein“, analysierte Ritter. „Er wird stärker in die Systemführung eingebunden, muss mit dem Netz, dem Markt und anderen Erzeugern interagieren und Teil der Netzregelung werden.“

SMA

Prognose für 2026 angehoben

SMA hat in diesem Jahr bislang ordentlich zugelegt. Nach vorläufigen Berechnungen lag der Umsatz im zweiten Quartal 2026 bei 345,7 Millionen Euro. Das Ebitda stieg auf 64,7 Millionen Euro, deutlich über den Schätzungen der Analysten und dem Vorjahreszeitraum (minus 15,5 Millionen Euro). Das Ebit stieg auf 51,5 Millionen Euro (Q2 2025: minus 30,4 Millionen Euro).

Maßgeblich für den Anstieg waren im zweiten Quartal diese Effekte: Als rechtswidrig eingestufte Zölle wurden früher als erwartet nahezu vollständig zurückerstattet. Zudem wurden Wertberichtigungen auf Vorräte aufgelöst, nachdem Abnehmer auf dem Zweitmarkt gefunden worden waren. SMA hebt die Prognose für Umsatz und Ebitda im Geschäftsjahr 2026 an. Der Vorstand geht nunmehr von einem Konzernumsatz zwischen 1.625 und 1.725 Millionen Euro aus.

Solis

Einfache Nachrüstung von Speichern

Auf der Messe in München stellte Solis sein neues Portfolio an Energiespeichern speziell zur Nachrüstung vor. Hausbesitzer und Unternehmen können ihren Eigenverbrauch aus Solaranlagen erhöhen, ihre Abhängigkeit von schwankenden Strompreisen reduzieren und ihre Energieunabhängigkeit stärken.

Für viele Kunden lautet die Frage nicht mehr, ob Solarenergie die richtige Wahl ist, sondern wie sich Speicher auf einfache, wirtschaftliche und zukunftssichere Weise integrieren lassen. Dieser Wandel war ebenso im gewerblichen und industriellen Bereich sichtbar, wo Fabriken, Lagerhäuser und Gewerbeimmobilien mit bestehenden PV-Anlagen Batteriespeicher erhalten sollen, um den Energieverbrauch zu optimieren, Lastspitzen zu reduzieren und die Versorgungssicherheit bei Netzinstabilitäten zu verbessern.

Flex AIO ist die neu eingeführte Speicherplattform für Wohngebäude. Mit integriertem Stapeldesign, intelligenter Optimierung und vereinfachtem Installationskonzept stieß die Innovation auf großes Interesse.

Daneben präsentierte Solis C&I-Speicher, um Firmen mehr Flexibilität, bessere Kontrolle über ihren Energieverbrauch und effizientere Nutzung der vor Ort erzeugten Energie zu ermöglichen.

Ein zentrales Gesprächsthema während der Messe war KI-gestütztes Energiemanagement. Solis AI kann Lade- und Entladevorgänge von Batterien optimieren, auf zeitvariable Stromtarife reagieren und den Eigenverbrauch maximieren.

Foto: Heiko Schwarzburger

Sungrow

Wachsende Vielfalt der Anwendungen

Der chinesische Anbieter Sungrow präsentierte auf der Messe in München Energielösungen für alle Marktsegmente:

Power Harbor: Speicherlösung für Wohngebäude (zehn bis 30 Kilowatt/sechs bis 60 Kilowattstunden) mit Home Manager Mini für einfache Steuerung sowie kompakter Back-up-Lösung Energy Bridge. Sie stellt die unterbrechungsfreie Stromversorgung sicher, reduziert Kosten und Aufwand zur Installation.

Stringwechselrichter SG125CX-P3: Er bietet hohen Energieertrag, aktiven Systemschutz und intelligente Wartungstools. Unter anderem erreicht er einen Wirkungsgrad von 98,5 Prozent, unterstützt einen 2-in-1-Eingangsstrom für Hochleistungsmodule (40 Ampere) und reduziert den Wartungsaufwand um bis zu 95 Prozent.

Stringwechselrichter SG510HX mit schlüsselfertigem Mittelspannungsanschluss: Diese Lösungen verbessern die Kosteneffizienz, verkürzen die Inbetriebnahme deutlich und bieten Schutz zwischen Wechselrichter und Mittelspannungssystem. Gleichzeitig ermöglichen sie netzbildende Leistung mit Reaktionszeiten von wenigen Millisekunden.

I-Solar Cloud App: Sie ist das anpassbare, nutzerzentrierte Energy Cockpit. KI-gestützte Algorithmen übersetzen komplexe Daten in intuitive und umsetzbare Erkenntnisse. So wird die App zum intelligenten und interaktiven Begleiter für das Energiemanagement.

Seit fast 20 Jahren baut Sungrow seine Präsenz in Europa aus – mit lokalem Vertrieb, technischer Unterstützung und After-Sales-Services. Heute ist das Unternehmen in Europa mit mehr als 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, über 25 lokalen Niederlassungen, zwei F&E-Teams sowie drei Kompetenzzentren für Schulungen vertreten. Ab erstem Quartal 2027 wird ein Werk in Polen betriebsbereit sein.

Foto: Sungrow

Fraunhofer IZM

Sehr kompakter Wechselrichter für 500 Kilowatt

Am Berliner Fraunhofer IZM wurde ein neuartiger Inverter entwickelt, der 500 Kilowatt leistet – bei unter einem Liter Baugröße. Kräftige Elektromotoren werden meist mit Drehstrom angetrieben, dreiphasig AC. Das gilt auch für Elektroautos, deren Batterien allerdings Gleichstrom (800 Volt) liefern. Für die Umwandlung in Drehstrom sorgt der Wechselrichter, das Herzstück im Antriebsstrang.

Mehrere Kunstgriffe machen den Wechselrichter sehr kompakt. Es beginnt mit dem Leistungsmodul, das in dreifacher Ausführung zum Einsatz kommt, je eins pro Phase. Sie sind durch einen RC-Dämpfer vom Zwischenkreiskondensator entkoppelt, um unerwünschte Schwingungen und andere Nebeneffekte zu reduzieren. In jedem Modul sitzen zwölf Siliziumkarbid-Schalter (Mosfets). Sie werden platzsparend auf Basis der PCB-Technologie in die Leiterplatte eingebettet.

Das Ergebnis sind sehr kompakte Module mit extrem kleiner elektromagnetischer Grundfläche. Das führt zu einer effektiven Induktivität von einem Nanohenry – so niedrig, dass die Schaltgeschwindigkeit nicht begrenzt und ein Schalten am Limit der Mosfets mit 63 Volt pro Nanosekunde möglich wird. Das schnelle Schalten geht mit wenig Verlusten einher, also ist vergleichsweise wenig Kühlleistung erforderlich.

Unter den drei Modulen sitzt ein flacher, stranggepresster Aluminiumkühler. Sein niedriger Aufbau spart nicht nur Platz, sondern erlaubt auch kurze thermische Pfade vom Halbleiter zum Kühlmittel.

Zudem wurden die Kondensatoren im DC-Zwischenkreis optimiert, die die Leistung der Module puffern. In Zusammenarbeit mit der Firma Polycharge wurden deren Nanolam-Kondensatoren speziell für diesen Zweck konfiguriert.

Foto: Fraunhofer IZM/Volker Mai

Nextgo Epi

Neuartige Leistungselektronik aus Galliumoxid

Das Start-up Nextgo Epi aus Berlin hat zwei Millionen Euro eingeworben, um die weitere Entwicklung seiner Technologie zu finanzieren. Ausgegründet aus dem Leibniz-Institut für Kristallzüchtung (IKZ), produziert das junge Unternehmen Epitaxiewafer aus Galliumoxid für Leistungselektronik der nächsten Generation. Die neuen Halbleiter könnten die Ladezeit von E-Autos von 60 auf zehn Minuten verkürzen und die Kosten gegenüber Siliziumkarbid um bis zu 75 ­Prozent senken.

Die Wafer werden in Industriequalität mit bis zu vier Zoll Durchmesser gefertigt. Bauelemente aus Galliumoxid halten höheren Spannungen stand und arbeiten effizienter als Siliziumkarbid oder Galliumnitrid. Das frische Kapital beschleunigt die Entwicklung, den Ausbau des Teams und stärkt die kommerzielle Präsenz in Europa und auf globalen Märkten.

Die Firmengründer vereint mehr als zehn Jahre Erfahrung mit ­Galliumoxid und seiner Abscheidung als definierte Kristallstruktur (Epitaxie). Zwei Patente und mehr als 30 Publikationen gingen aus den Forschungen hervor.

Fimer

Zahlreiche Neuheiten in München

Fimer, ein italienischer Anbieter von Leistungselektronik für die Solarbranche, hat zur Messe ein umfangreiches Portfolio für Wohngebäude, C&I sowie Großprojekte vorgestellt:

Power Platform: einphasige Hybridwechselrichter (Power Uno) und dreiphasige Hybridwechselrichter (Power Trio) zusammen mit dem modularen Hochvoltspeicher Power X.

PVS-10/33-TL: dreiphasige Stringwechselrichter, die sowohl für neue als auch für bestehende Anlagen geeignet sind.

PVM-75/125-TL: C&I-Lösung mit hoher Modularität und Management von AC-gekoppelten Speichersystemen.

PVX-241: modulares Hochkapazitäts-Speichersystem für gewerbliche und industrielle Anwendungen mit Hybrid-Kühlsystem.

PVS980-CS 5MVA: kompakte Plug-and-play-Lösung für große Solarparks, für Anschluss an die Mittelspannung.

Power X Plus: modularer Hochvoltspeicher für Wohngebäude, mit ­skalierbarer Kapazität sowie Lade- und Entladeleistung von vier bis 16 ­Kilowatt, verfügbar ab September 2026.

Power Trio High Power: dreiphasige Hybridwechselrichter (12,5 und 15 Kilowatt), entwickelt für Wohngebäude, ab September 2026 verfügbar.

PVM-415: Stringwechselrichter (415 Kilowatt) für Solarparks.

PVS-990-2000: Zentralwechselrichter für zwei bis acht Megawatt.

Fimer kündigte an, die deutsche Niederlassung neu zu eröffnen. Ein ­lokales Team soll aufgebaut werden, um technischen und kommerziellen Support zu gewährleisten.

Goodwe

Wechselrichter und Speicher für kleine und große Anwendungen

Auf der Intersolar Europe 2026 präsentierte Goodwe integrierte Energiesysteme für Privathaushalte und Gewerbe. Die ESA-Produktfamilie umfasst Wechselrichter, Batterie und Back-up in einer Plattform für private Nutzer. ESA Athena S3 ist ein Kleinstspeicher für Balkone und Selbstbau.

Lösungen für C&I sind darauf ausgelegt, operative Flexibilität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Vorteile zu verbessern. Ein besonderes Highlight war die Kombination des Wechselrichters ETR 125 mit dem flüssigkeitsgekühlten DC-gekoppelten Batteriesystem BAT-C 200.

Der ETR 125 kann zunächst in netzgekoppelten Anwendungen installiert und später mit dem BAT-C-200-Batteriesystem kombiniert werden. Möglich wird dies durch den im Batterieschrank integrierten DC/DC-Wandler, der üblicherweise im Hybridwechselrichter integriert ist.

Die integrierte DC/DC-Technologie des Speichers erlaubt die Systemerweiterung und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Betriebssicherheit in Netzen mit zunehmenden Schwankungen und Stromausfällen zu verbessern.

Foto: Heiko Schwarzburger

Europäische Union

Westliche Hersteller können liefern

Neue Daten von S&P Global Energy zeigen, dass die Hersteller von Wechselrichtern in Europa den Bedarf decken können. Innerhalb weniger ­Monate können sie ihre Werke und den Service hochfahren, wenn die EU beispielsweise chinesische Anbieter von Ausschreibungen ausschließt.

Europäische Hersteller haben eine Produktionskapazität von rund 104 Gigawatt (AC). Hinzu kommen mehr als 120 Gigawatt aus Fabriken in Amerika sowie bei asiatischen Herstellern (ohne China).

Die Wahl eines Wechselrichters aus europäischen Werken erhöht die Kosten eines Groß- oder Gewerbeprojekts nur um etwa zwei Prozent. Bei Stringwechselrichtern für Privathaushalte liegen die Geräte zwischen drei und vier Prozent über Anbietern aus China.

Jeder Hersteller kann seine Produkte fernsteuern. Ein Beispiel ist Fronius aus Sattledt in Österreich. Alle Server für Betriebsdaten, Updates, Monitoring und Service stehen in Europa. „Die Diskussionen zeigen, dass Energieversorgung und Sicherheit untrennbar miteinander verbunden sind“, urteilt Harald Scherleitner, CSO von Fronius International. „Entscheidend ist jetzt, dass wir beides ermöglichen: eine schnelle Energiewende und eine resiliente Infrastruktur mit möglichst geringen Abhängigkeiten und vertrauenswürdigen Lieferketten.“ Fronius könnte seinen Ausstoß innerhalb von sechs bis zwölf Monaten auf 17 Gigawatt pro Jahr beziehungsweise 115.000 Wechselrichter pro Monat erhöhen. So könnten die Österreicher einen starken Beitrag leisten, um Abhängigkeiten zu reduzieren und den Ausbau der Photovoltaik stabil abzusichern.

Foto: Fronius International

Fischer

FSIS Solar Inverter Shelter lagert Wechselrichter clever aus

Große Wechselrichter stellen Installateure zunehmend vor Herausforderungen: Oft reicht der Platz im Gebäude nicht aus, zudem sprechen hohe Anforderungen an den Brandschutz für die Montage im Freien. Der FSIS Solar Inverter Shelter ermöglicht die sichere Installation von Wechselrichtern auf dem Flachdach oder auf dem Boden – etwa bei Freiflächenanlagen, Solarfassaden oder solaren Carports für die Industrie.

Das Komplettset ist für C&I-Inverter ausgelegt, beispielsweise für zwei Geräte mit jeweils 125 Kilowatt. Dazu gehören Flachdachfüße mit großer Unterlage, Schienen, Schienenverbinder und das Schutzdach. Alle Bauteile sind feuerverzinkt (Schienen, Verbinder), mit Zinklamellen beschichtet oder bestehen aus Edelstahl A2 (Schienenverbinder). Das Dach besteht aus hochwertigem Stahl mit Beschichtung ZM 310. Die Flachdachfüße sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff (PP HD GF) gefertigt. Sie sind mit Schutzvlies versehen, um die Wanderung des Weichmachers auf PVC-Foliendächern zu verhindern.

Das System erlaubt die sichere Installation außerhalb des Gebäudes. Gleichzeitig verbessern sich Belüftung und Brandschutz; Wartung und Inspektion werden erleichtert. Der offene Installationsraum von bis zu 1,65 Metern erlaubt große Wechselrichter inklusive Blitzschutz.

Foto: Fischer

Weidmüller

Cybersicherheit: Anlagen gegen fremden Zugriff schützen

Neue Produkte helfen, Angriffspunkte zu reduzieren und unberechtigten Zugriff wirksam zu erschweren. So können Anlagenbetreiber hohe regulatorische und betriebliche Anforderungen umsetzen.

Die Verfügbarkeit einer Photovoltaikanlage wird nicht mehr nur von Komponenten und Software bestimmt. Auch externe Einflüsse wirken ein. Denn moderne Anlagen sind digitale Energiesysteme.

Wo eine Verbindung zum übergeordneten Netz besteht, wird ein Schutzkonzept benötigt, damit niemand unberechtigt zugreifen kann. DNV und Solar Power Europe haben Referenztopologien entwickelt, um Anlagen wirksam abzusichern. Dafür bedarf es entsprechender Produkte.

Weidmüller unterstützt seine Kunden beim Aufbau dieser Topologien. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem in Deutschland. Zudem bietet die Firma einen sicheren Entwicklungsprozess und gewährleistet, dass die Produkte über den gesamten Lebenszyklus sicher bleiben – zertifiziert nach IEC 62443-4-1.

Die Security-Router schaffen die zentrale Sicherheits- und Kommunikationsgrenze der Anlagentechnik. Durch klare Netzwerksegmentierung und Stateful-Packet-Inspection-Firewall schützen sie Wechselrichter und Monitoringsysteme vor unautorisierten Zugriffen. Sie kontrollieren Datenflüsse präzise und ermöglichen den strukturierten, geschützten Zugang zu allen Anlagenkomponenten.

Managed Switches sorgen für Ordnung, Transparenz und Kontrolle im Netzwerk der Solaranlage. VLAN-Segmentierung, Port Security und SNMP-basiertes Monitoring trennen kritische Bereiche und erkennen ungewöhnliche Aktivitäten. Sie stabilisieren die Anlagenkommunikation und erhöhen die Cyberresilienz – besonders dort, wo viele Geräte zuverlässig und dauerhaft vernetzt sein müssen.

Der sichere Fernzugriff auf die Anlagen wird durch U-Link rund um die Uhr gesichert. Verschlüsselte Verbindungen, rollenbasierte Zugriffssteuerung und ein strukturiertes Wartungskonzept erlauben es, Serviceeinsätze effizient durchzuführen, ohne die Sicherheit des Netzwerks zu gefährden. Betreiber behalten stets die volle Kontrolle, während Techniker sicher auf Wechselrichter, Router oder Monitoring zugreifen können. Die Prozesse zur Entwicklung und zum Betrieb von U-Link sind nach ISO 27001 zertifiziert. Alle Server stehen in Europa und erfüllen deutsche Anforderungen an den Datenschutz.

Foto: Weidmüller

Solaredge

Neue Speicher und intelligentes ­Energiemanagement präsentiert

Für Privathaushalte hat Solaredge erstmals den einphasigen Wechselrichter Nexis mit Batteriespeicher vorgestellt. Die Markteinführung ist im Laufe des Jahres geplant. Das modulare System bietet erweitertes Back-up und intelligentes Energiemanagement. Solar­edge gab einen Ausblick auf den neuen KI-basierten Energieassistenten, der in die App My Solaredge integriert ist. Er wurde entwickelt, um dynamische Stromtarife, Solarprognosen, Batterien und Elektrofahrzeuge sowie individuelle Gewohnheiten zu berücksichtigen. Das System optimiert kontinuierlich den Energieverbrauch und die Einspeisung.

Für den gewerblichen Sektor wurde ein wachsendes Speicherportfolio gezeigt, angeführt vom Batteriesystem CSS-OD mit 197 Kilowattstunden. Das kürzlich eingeführte System eignet sich für mittlere und große Gewerbeanlagen. Es deckt eine Vielzahl von Anwendungen ab, optimiert den Eigenverbrauch und Tarife und kappt Lastspitzen.

Das neue Modell des CSS-OD ist notstromfähig. Es wurde entwickelt, um die Betriebssicherheit zu erhöhen und die Implementierung für Gewerbekunden zu erleichtern. Mit Solaredge One steht eine Softwareplattform speziell für C&I-Kunden zur Verfügung.

Foto: Solaredge

Solarwatt

Neuer Inverter Vision Max für 30 Kilowatt

Solarwatt aus Dresden erweitert sein Portfolio um neue Hybridwechselrichter von 15 bis 30 Kilowatt. Sie ermöglichen es, Solaranlagen bis 60 Kilowatt und mehrere Batterien anzuschließen. Damit deckt Solarwatt nun alle Anwendungen von drei Kilowatt (einphasig) bis 30 Kilowatt (dreiphasig) ab. „Alle Komponenten sind optimal aufeinander abgestimmt, als effizientes Gesamtsystem arbeiten sie zuverlässig zusammen“, sagt Peter Bachmann, Chief Product Officer (CPO) von Solarwatt.

Alle Inverter Vision bieten in Kombination mit der Battery Vision Netz­ersatzstrom für das gesamte Haus – inklusive der Funktion, die Batterie mit Sonnenstrom nachzuladen. Overpowering bis 200 Prozent ist möglich. Das Gerät kann am DC-Eingang maximal die doppelte Leistung aufnehmen, die es auf der AC-Seite abgibt.

Bis zu 36,4 Kilowattstunden werden an einem Wechselrichter über zwei Batterietürme gespeichert und mit bis zu 30 Kilowatt abgegeben. Überspannungsschutz ist bereits im Gerät integriert. Die Hybridwechselrichter sind mit zwei (einphasig) oder drei (dreiphasig) MPP-Trackern sowie Lichtbogenerkennung ausgestattet und entsprechen der Schutzklasse IP65. Auf die Geräte gibt Solarwatt eine Garantie von zehn Jahren, inklusive Kosten für Ausbau und Remontage.

Foto: Heiko Schwarzburger

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