Erneuerbare Energien bei Google bevorzugen
Das Windrad auf dem sogenannten Höhenwindturm im brandenburgischen Grünstrom-Erzeugungszentrum Klettwitz hat seine volle Größe erreicht. Das Bauteam des projektierenden und die Windturbine errichtenden Unternehmens Gicon setzte das Maschinenhaus der Vensys-Windturbine vom Typ 126-3,8 MW auf dem Gittermastturm mit seiner innovativen Teleskop-Funktion auf seine Nabenhöhe von rund 300 Metern hoch. Vom Boden bis zur oberen Blattspitze im Rotorkreis streckt sich damit die Pilotanlage auf eine Gesamthöhe von 365 Metern.
Baustelle für 360-Meter-Höhenwindrad eröffnet
Windernte in 300 Metern Nabenhöhe
Nach der Errichtung des sogenannten klassischen Gittermast-Außenturms mit einer Höhe von bis zu 160 Metern und dem Einbau der eingehängten vierkantigen Gittermast-Teleskop-Turmstruktur hatten die Errichter den Turm durch ein sogenanntes Litzenhubsystem ausgeschoben. Zuvor hatten sie das Turbinen-Maschinenhaus mitsamt dem Rotor schon aufgesetzt.
Nach dem Baubeginn im September 2024 im Auftrag der von der staatlichen Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) als Auftraggeberin eingesetzten Sprind-Tochtergesellschaft Beventum endet die Bauzeit damit nach etwas mehr als zwei Jahren. Bis im November soll die Betriebnahme nach nun noch folgenden Abschließenden Montage- und elektrischen Inbetriebnahmearbeiten erfolgen. Die Sprind-Förderung soll nach den Plänen der Gicon-Konstrukteure nachweisen, dass die Windstromernte in einer gänzlich neuen Höhe stattfinden und damit zwei Effizienzzwecken dienen kann: So soll der Höhenturm eine zweite Etage in bestehende Windparks einziehen lassen, wo Rotoren von Anlagen der Baujahre bis möglicherweise noch Anfang der 2020-er Jahre mit bis zu 150 Meter Nabenhöhe und demselben Rotordurchmesser stehen. Dort sollen dann Anlagen mit demselben Rotordurchmesser genau ab der Höhe die Luft abgreifen, wo der Höhenausgriff der Altanlagen endet. Das soll die Flächennutzung intensiveren und damit Pacht- und Erschließungskosten senken.
Zusätzlich gilt die Höhenwindernte als besonders effektiv, weil der Wind in größeren Höhen gleichmäßiger und energiereicher weht. Die Berechnungen sehen hier bis zu 63 Prozent höhere Energieernten vor, die auch die zwischenzeitlichen Messungen eines am Standort ebenfalls errichteten Windmessturms bestätigt haben sollen. Expertenberechnungen auf Basis der Windmessungen gehen bereits von einer Stromernte einer fiktiven 9,5-Megawatt-Anlage von 36,6 Gigawattstunden (GWh) anstelle von 22,4 GWh in bisherigen Nabenhöhen aus. Daraus ergäbe sich eine Auslastung der Anlage von mehr als 4.500 Stunden im Jahr – was bisher nicht einmal die windreichsten deutschen Nordsee-Windparks erreichen.
Für zukünftige Windenergieanlagen sieht Gicon Nennleistungen von 7 Megawatt vor. Als geschäftliches Ziel nennt das Unternehmen die Errichtung von bis zu 4.000 Höhenwindtürmen in bestehenden Windparks.
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