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Swift Solar kauft Zellproduktion von Meyer Burger – Verlagerung in die USA geplant

Der US-amerikanische Hersteller von Perowskit-Solarzellen, Swift Solar, hat die beiden Produktionslinien für Solarzellen von Meyer Burger in Wolfen-Bitterfeld und in Hohenstein-Ernstthal gekauft. Zusätzlich hat das Unternehmen eine Reihe von Patenten für die Produktion von Heterojunction-Solarzellen (HJT) erworben, die Meyer Burger gehalten hat.

Produktion in die USA verlagern

Diese passen perfekt für die Perowskit-Silizium-Tandemtechnologie, auf die sich Swift Solar spezialisiert hat. „Wir bringen Produktionsanlagen für Silizium-Heterojunction-Zellen im Gigawattmaßstab, ein umfangreiches globales Portfolio an geistigem Eigentum sowie ein erstklassiges Team aus erfahrenen Fertigungsexperten, Anlageningenieuren und Silizium-Spezialisten mit, das von Gunter Erfurt, ehemaliger Geschäftsführer von Meyer Burger, und Marcel Koenig, einst Leiter der Entwicklungsabteilung von Meyer Burger, geleitet wird“, erklärt Joel Jean, Geschäftsführer von Swift Solar.

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Diese Übernahme bringe Swift Solar auf Kurs, die Solarfertigung im Gigawattmaßstab in den Vereinigten Staaten voranzutreiben, betont Jean. „Alle Zeichen deuten in dieselbe Richtung – Steuergutschriften, Zölle, Rückverlagerung der Lieferkette, KI. Die USA benötigen mehr Solarenergie, und wir müssen sie hier vor Ort produzieren“, prognostiziert der Swift-Solar-Chef.

HTJ als Scharnier für die Perowskit-Produktion

Dies will Swift Solar mit der effizienten Perowskit-Technologie mit einer Basiszelle aus Silizium erreichen. Das Scharnier für die Weiterentwicklung zur Marktreife ist dabei die HTJ-Technologie, die Meyer Burger sehr weit entwickelt hat. Mit dem Equipment aus Wolfen-Bitterfeld und Hohenstein-Ernstthal will Swift Solar eine HTJ-Gigawattfabrik in den USA aufbauen. Damit können die amerikanischen Solarkunden heimische Komponenten kaufen. Dabei werden die Experten von Meyer Burger unterstützen, wie Joeal Jean ankündigt.

Meyer Burger stellt Produktion in Deutschland ein

Im nächsten Schritt will das Unternehmen die Perowskit-Technologie zur bestehenden Produktion hinzufügen, so der Plan von Swift Solar. „Wir kombinieren deutsche Expertise bei der Produktion von Siliziumsolarzellen mit der amerikanischen Perowskit-Technologie, um ein Unternehmen aufzubauen, das nicht nur eine Generation von Solartechnologie liefern kann, sondern viele folgende Generationen“, ist sich Joel Jean sicher.

Keine Investoren gefunden

Der Verkauf der Produktionslinien resultiert aus der Insolvenz der Produktionsstätten von Meyer Burger in Deutschland. Zwar hatte Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther nach Investoren gesucht, um die Produktion in Deutschland weiterzuführen. Deshalb wurde nach passenden Käufern gesucht. „Tatsächlich zeigte sich zunächst eine ganze Reihe internationaler Investoren an einer Übernahme interessiert“, erklärt der Insolvenzverwalter. „Allerdings zeigte sich, dass keine Investorenlösung möglich war, die eine vollständige Fortführung beider deutscher Standorte ermöglicht hätte. Schließlich gelang es jedoch, mit Swift Solar einen namhaften Käufer für die beiden Anlagen zu finden, der auf Grundlage der Meyer-Burger-Technologie die nächste Generation der Solartechnologie aufbauen könnte.“

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Die Gläubigerausschüsse hatten dem Verkauf im Vorfeld zugestimmt. Der Kaufvertrag ist bereits vollzogen. Über die Kaufpreise und Details der Verträge wurde Stillschweigen vereinbart.