Was 2024 in Hagen-Hohenlimburg als Pionierprojekt begann, zeigt, wie die Energieversorgung der Industrie künftig aussehen kann: Vier Windenergieanlagen sind über eine gut drei Kilometer lange Leitung direkt mit dem Werk von thyssenkrupp Hohenlimburg verbunden. Der Strom gelangt dorthin, wo er gebraucht wird – auf kurzem Weg und ohne das öffentliche Netz für die Direktlieferung zu beanspruchen. Für uns ist das mehr als ein einzelnes Windparkprojekt. Es ist ein Modell für die Zusammenarbeit zwischen Erzeugern erneuerbarer Energie und Industriebetrieben. Gerade für Unternehmen mit hohem Strombedarf zählt nicht allein, woher ihre Energie kommt. Sie müssen auch langfristig mit ihr rechnen können. Die Direktbelieferung verbindet lokal erzeugten Windstrom mit einem konkreten industriellen Bedarf. In Hohenlimburg können die vier Anlagen im Jahresdurchschnitt rund 40 Prozent des zeitgleichen Strombedarfs des Werks decken. Zugleich unterstützt der Windstrom thyssenkrupp dabei, die Emissionen am Standort und bei der Herstellung seiner Produkte zu senken.
Damit solche Lösungen Schule machen, müssen sie für weitere Unternehmen praktikabel sein – vom großen Industriewerk bis zum Mittelstand. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und weniger Hürden bei Planung und Umsetzung. Rückenwind kam zuletzt auch durch das richtungsweisende Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Direktleitung. Entscheidend ist nun, aus guten Einzelbeispielen eine breite Perspektive für den Standort Deutschland zu entwickeln. Wir wollen die direkte Versorgung mit erneuerbarer Energie zu einem Standard für den Industriestandort Deutschland machen. Unser Ziel sind günstige, planungssichere und verlässliche Energiepreise für Industrie und Mittelstand. Deshalb planen wir weitere Vorhaben. Mit Ohra und Schönweiss haben wir bereits zwei weitere Projekte in Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Hohenlimburg war ein Anfang – jetzt geht es darum, dieses Modell in die Breite zu tragen.