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Schrägdach

Ohne Flex aufs Dach

Besitzer von Einfamilienhäusern sind derzeit zurückhaltend, wenn es um die Installation von Solaranlagen geht. Dieses Segment schwächelt gerade und die Prognosen bestätigen, dass es nicht mehr zu der Hochform auflaufen wird wie vor wenigen Jahren. Das schlägt auch auf die Geschäfte der Anbieter von Montagesystemen in diesem Segment durch.

Der Nachfragerückgang hat aber derzeit eine Delle nach oben bekommen. „Nach einem frostigen Winter sehen wir, dass sich die Nachfrage zum Frühjahrsbeginn im März und April verbessert, auch wenn sie noch unter dem Niveau des Vorjahres liegt“, erklärt Willem Haag, Geschäftsführer von K2 Systems. „Dies spiegelt sich auch in den offiziellen Zubauzahlen wider: Der Zubau liegt im Dachsegment in Deutschland in den ersten Monaten ebenfalls noch unter dem des Vorjahres. Vor dem Hintergrund des Kriegs im Iran zeichnen sich aktuell jedoch klare Tendenzen ab, dass die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen in allen Segmenten anzieht“, sagt der K2-Systems-Chef.

Mehr Luft hinter den Modulen

Der Hersteller hat aber auch ohne diese leichte Erholung der Nachfrage an seinen Systemen – auch für die Schrägdachmontage – gearbeitet und wird die Neuerungen auf der diesjährigen Intersolar in München (Stand A6.190 und 280) präsentieren. Die Weiterentwicklungen im Bereich Schräg- und leicht geneigtes Dach beziehen sich primär auf das Trapezblech. Hier hat der Anbieter aus dem schwäbischen Renningen unter anderem die Multirail High entwickelt.

Das System ist eine Variante des sickenparallel verlegten Kurzschienensystems Multirail, das mehr Abstand zwischen Solarmodul und Dachhaut schafft. Denn die beiden seitlichen Schenkel der u-förmigen Schiene wurden verlängert. Mit diesem K2 Railup erreicht der Handwerker mehr Hinterlüftung hinter den Modulen, was die Leistung der Anlage aufgrund besserer thermischer Bedingungen erhöht. Zudem schafft K2 Systems damit Platz für zusätzliche Komponenten wie Leistungsoptimierer, die unter den Modulen montiert werden.

Formschlüssige Montage

Den K2 Railup gibt es sowohl für das Trapezblech als auch für Wellblechdächer. In diesem Fall ist die Basis der Kurzschiene abgerundet, sodass sie sich formschlüssig an das Wellblech anschmiegt. Dadurch ist auch gewährleistet, dass die Schiene die Löcher der Schrauben mit der angebrachten EPDM-Schicht wieder sicher verschließt.

K2 Systems hat aber auch an der Montagemöglichkeit seiner ästhetischen Montagevariante mit Einlegeschienen gearbeitet. Diese wurden bisher auf dem Trapezblech mit der Multirail montiert. Jetzt kann sie der Handwerker auch mit den einfachen Basicclips kombinieren. Die Basicclips sind kleine Halter aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die direkt auf die Hochsicke des Trapezblechs geschraubt werden. In die Clips werden die Einlegeschienen einfach eingeschoben. Da sie schwimmend gelagert sind, ist die thermische Ausdehnung kein Problem.

Flexen ist tabu

Die Hersteller der Montagesysteme müssen aber auch auf neue Entwicklungen eingehen. Hier geht es weniger um die Größe der Module wie auf dem Flachdach als um die Vorgaben seitens des Dachdeckerverbandes ZVDH. Denn auf dem Steildach dürfen Ziegel und Dachsteine ab einer Dachneigung von weniger als 60 Grad nicht mehr geflext werden.

Das macht die Nutzung von herkömmlichen Dachhaken obsolet. Deshalb entwickeln immer mehr Hersteller Blechersatzziegel mit integriertem Dachhaken. Eine solche Lösung stellt Varista (A6.450) auf der Intersolar vor. Mit dem Metallersatzziegel VSZ spart der Handwerker viel Arbeit, weil er den Dachziegel nicht mehr flexen muss. Das beschleunigt die Montage erheblich – laut Angaben des Herstellers um 30 Prozent.

Flexibel auf der Latte

Der Varista VSZ ermöglicht aufgrund seiner cleveren Konstruktion eine flexible Montage auf der Lattung, ist so mit einer Vielzahl von Dachziegeln kompatibel und passt sich präzise in die Eindeckung ein. Er besteht aus korrosionsfreiem Aluminium und ist grundsätzlich in drei Farben erhältlich: blank, schwarz und terrakotta. Sollten die Bauherren aber noch andere Farben wünschen, kann Varista den Metallersatzziegel in allen RAL-Farben herstellen. Durch die Konstruktion bietet er zudem eine hohe Stabilität und kann sogar in der höchsten Schneelastzone 3 verbaut werden.

Auch Schletter (A6.180) hat mit dem Alu-Tile einen solchen Metallersatzziegel im Portfolio. Um eine möglichst große Bandbreite von Dachziegeln abdecken zu können, bietet der Hersteller die Ersatzziegel ohne integrierten Dachhaken an. Dieser wird aber mitgeliefert und der Handwerker schraubt ihn vor Ort an den Ersatzziegel. Er kann universell mit jedem der Metalldachziegel kombiniert werden.

Mehr Planungsmöglichkeiten

Novotegra (A4.179) hat sich primär auf die Planung und auf die statischen Berechnungen solcher bauseitiger Befestiger konzentriert, unter anderem für die unterschiedlichen Dachersatzziegel. Konkret geht es um die verschiedenen Lehmannziegel mit integriertem Dachhaken, die Novotegra schon länger im Portfolio hat. Denn bisher war es nicht möglich, für die Kombination aus diesen bauseitigen Befestigern und der C-Schiene, die Novotegra standardmäßig nutzt, eine Gesamtstatik und damit einen Belegungsplan zu generieren. Künftig können Handwerker diese Befestiger aber in Solar-Planit planen.

Die Planung ist sowohl für das Topfix-System auf dem Ziegeldach mit Lehmannziegeln als auch für die Solarhalter anderer Ziegelhersteller möglich. Im letzteren Fall müssen die Zug-, Druck- und die Schertragfähigkeit der Befestiger bekannt sein. Außerdem können die Handwerker jetzt auch Anlagen auf Blechfalz mit Klemmen des Falzblechherstellers in Kombination mit dem System von Novotegra planen.

Indachsysteme aktualisiert

Auch für die Indachmontage werden wieder Neuheiten zu sehen sein. So wird Megasol (A1.340) seine neuen blendarmen Module in verschiedenen Farben präsentieren – unter anderem eins, das sich perfekt in Schieferdächer integriert. Mit Heliup (C4.550F) kommt ein französischer Hersteller von Leichtbaumodulen nach München.

Es werden aber auch bewährte Systeme zu sehen sein. Dazu gehört auch das Solrif von Ernst Schweizer (A5.540). Der Hersteller aus Hedingen bei Zürich wird dann auch seine jüngsten Entwicklungen mit nach München bringen, wie ein flexibles Anschlussblech. Das Varioblech ersetzt die Vielzahl der Anschlussbleche, die der Handwerker bisher vorhalten muss, um die Solaranlage am First abzuschließen. Zudem hat Ernst Schweizer mit der Variolehre eine Installationshilfe im Portfolio, die das Setzen der Dachhaken für die Solrif-Module erheblich beschleunigt.

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