Und täglich grüßt das Murmeltier… Dieser Film kommt einem unwillkürlich in den Sinn, wenn man sich einige Ergebnisse der diesjährigen GEB-Sommerumfrage unter den Energieberatenden anschaut. Seit Jahren klagt die Branche über die bürokratischen Anforderungen. Seit Jahren kritisieren die Energieberatenden die sich ständig ändernden Förderbedingungen. Und wieder einmal stehen diese Punkte ganz oben, wenn es in der Umfrage um die Einschätzung der politischen Rahmenbedingungen geht. Nach wie vor fehlen Kontinuität und Verlässlichkeit. Neue politische Initiativen wie das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und die Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude machen die Situation nicht besser – im Gegenteil. Schon wieder ändern sich Förderregularien, schon wieder werden Rahmenbedingungen eher komplizierter als einfacher.
Das verunsichert nicht nur die Energieberatenden und deren Kunden, es sorgt nicht nur für mehr Aufwand in der Beratungspraxis – es kann auch wirtschaftlich zur Stolperfalle werden. Das Risiko, aufgrund von Förderstopps starke finanzielle Einbußen zu erleiden, ist genauso groß wie jenes, durch ein Häkchen an der falschen Stelle im Förderantrag in haftungsrechtliche Schwierigkeiten zu geraten.
Hier zeigt sich die Entkoppelung der Politik vom Alltag der Bürger, die zurzeit ständig und überall diskutiert wird. Und sie trifft in diesem Fall einen Bereich, in dem viele entscheidende Fragen für die Zukunft gestellt werden: Wie sparen wir Energie und damit Geld beim Betrieb unserer Gebäude? Wie machen wir uns unabhängig von fossilen Energien und damit auch ein Stück weit von globalen Krisen? Wie machen wir unsere Häuser und Städte resilienter gegen die extremen klimatischen Veränderungen?
Um diese Fragen zu beantworten, bräuchte es einen klaren Weg, den die Politik vorgibt. Doch der verliert sich im Bürokratie-Dschungel. In diesem Dickicht die Energiewende noch als Ziel zu erkennen, fällt schwer. Wichtiger war es den Machern des GModG, „Habecks Heizungshammer“ zu killen und bei der Wärmeerzeugung irgendwie wieder alles zu erlauben – Zauberwort Technologieoffenheit. Und die Realität? Die Wärmepumpe ist im Neubau die Heizungstechnologie Nummer eins. Das zeigen sowohl die Marktzahlen als auch die Antworten der Energieberatenden in der GEB-Sommerumfrage (S. 8). Kaum zu glauben, dass es rund um die Wärmepumpe vor kurzem noch eine ideologische Schlammschlacht gab. Auch bei diesem Thema geht also die Schere zwischen Praxis und Politik weit auseinander.
In dem Film, der das Murmeltier im Titel trägt, kann der Protagonist nach unzähligen Versuchen aus seiner Endlosschleife ausbrechen. Ein klassisches Happy-End à la Hollywood. Er wird erst erlöst, als er sich vom egoistischen, zynischen Menschen zu jemandem entwickelt, der sich ehrlich um andere kümmert. Das sollte doch ein schönes Vorbild sein – für uns alle und für die Entscheidungsträger in Berlin.
Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen
GEB-Redakteur Markus Strehlitz