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Wasserstoffnetze

Wasserstoffleitung im Münsterland: Thyssengas unterquert Dortmund-Ems-Kanal

Die rund 45 Kilometer lange Leitung von Coesfeld nach Rinkerode entsteht durch die Umstellung einer bestehenden Mineralölleitung auf Wasserstoff. Sie soll das Münsterland und Westfalen an das entstehende bundesweite Kernnetz anbinden. Nach Unternehmensangaben ist die Inbetriebnahme für Ende 2027 geplant. Im Raum Coesfeld ist ein Anschluss an die geplante Leitung Emsbüren–Dorsten vorgesehen. In Rinkerode soll perspektivisch eine Verbindung zur geplanten Neubauleitung Richtung Hamm (Uentrop) entstehen.

Mit Bohrverfahren unter dem Kanal hindurch, Schiffsverkehr nicht beeinträchtigt

Die Querung des Dortmund-Ems-Kanals schließt eine seit 2009 unterbrochene Trasse. Damals war der Leitungsabschnitt im Zuge des Kanalausbaus entfernt worden. Thyssengas stellt die Verbindung nun neu her. Das Unternehmen verlegt das neue Rohrstück im Horizontalspülbohrverfahren (HDD), einem grabenlosen Bohrverfahren. Dabei wird zunächst eine gesteuerte Pilotbohrung unter dem Kanal durchgeführt, anschließend der Bohrkanal erweitert und die Leitung eingezogen. Der Schiffsverkehr bleibt unbeeinträchtigt.

„Mit der Dükerung schließen wir eine wichtige Lücke im Leitungsverlauf und schaffen die Voraussetzung dafür, Wasserstoff vom Kernnetz in die Region zu bringen“, sagt Stefanie Kesting, Vorstandsvorsitzende von Thyssengas.

T-Stück für Anbindung an regionale Verteilnetze integriert

Für die Versorgung von Abnehmern vor Ort sind neben dem Fernleitungsnetz zusätzliche Verteilstrukturen erforderlich. In die Leitung wird ein T-Stück integriert, das eine Verbindung zum Netz der Stadtnetze Münster ermöglichen soll. Damit sollen perspektivisch kommunale, gewerbliche und industrielle Kunden angeschlossen werden.

Alexandra Rösing, Geschäftsführerin der Stadtnetze Münster, verweist auf offene regulatorische Fragen: „Während das nationale Kernnetz sichtbar Fahrt aufnimmt, sind auf Verteilnetzebene jedoch noch viele rechtliche Fragen ungeklärt.“ Mit dem geplanten Abzweig schaffe man dennoch die technische Grundlage für ein regionales Netz.

Die Zeit für den Netzausbau drängt. Caroline Foyer-Clitheroe, Geschäftsleiterin der Klinkermanufaktur Janinhoff, betont den Zeitdruck: „Wir sind schon aus Gründen der Vertragstreue, hinsichtlich des im Jahr 2024 abgeschlossenen Klimaschutzvertrages mit dem Bundeswirtschaftsministerium, auf die leitungsgebundene Wasserstoffversorgung spätestens ab Anfang 2030 angewiesen.“