Für das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) bauen die Hamburger Energienetze (HNE) derzeit einen Tunnel unter der zentralen Hafenbahn-Hauptachse in Hamburg-Altenwerder. Eine Tunnelvortriebsmaschine mit einem Bohrkopf von rund 80 Zentimetern Durchmesser gräbt sich dabei in etwa zwölf Metern Tiefe über eine Strecke von 106 Metern unter den Gleisen hindurch. Der Bahnbetrieb soll während der Bauarbeiten weiterlaufen.
Start- und Zielschacht bereits fertiggestellt
In den vergangenen Monaten haben die HNE zwei zylindrische Baugruben mit einem Durchmesser von über sieben Metern und einer Tiefe von fast 13 Metern errichtet. Ein Kran hob die Vortriebsmaschine in den Startschacht. Von dort aus gräbt sie sich horizontal durchs Erdreich, während Stahlbetonrohre mit Hydraulikpressen dem Bohrkopf folgend in den Bohrkanal getrieben werden. Michael Dammann, Technischer Geschäftsführer der HNE, sagt: „Mit Tunnelvortrieben wie in Altenwerder bauen wir schonend für den im Hafen wichtigen Güterverkehr. Der Bahnbetrieb läuft während der Baumaßnahme weiter wie gehabt."
HH-WIN soll ab 2027 Industriestandorte versorgen
Die HNE wollen die Leitung mitsamt dem Tunnel nach eigenen Angaben bis zum Sommer 2026 fertigstellen. Neben der Wasserstoffleitung soll der Tunnel auch Strom- und Messkabel aufnehmen, die für die digitale Steuerung und Überwachung des Wasserstoffnetzes benötigt werden
H-WIN soll ab 2027 unter anderem den Leichtmetall-Produktionsstandort Altenwerder und den Luftfahrt-Standort Finkenwerder mit Wasserstoff versorgen. Die HNE sind der städtische Betreiber der Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze in Hamburg. Rund 2.300 Fachleute arbeiten für das Unternehmen.