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Stromnetze

NEUER LINK ZUR Eiszeit

Was hat ein Mammut mit der Energiewende zu tun? Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW kann darüber eine spannende Geschichte erzählen. Auf einer Suedlink-Baustellenfläche im Raum Lauda-Königshofen in Baden-Württemberg sind weitere Knochenfragmente eines Mammuts aufgetaucht. Schon Ende Mai hatten die Grabungsteams an dieser Stelle einen Stoßzahn des Urtiers gefunden.

Seltener Fund erzählt Geschichte

Der erste Stoßzahn war beeindruckend, aber jetzt sind die Grabungsteams richtig aus dem Häuschen. Sie haben bereits weitere Teile des Mammuts freigelegt: einen großen Teil des Schädels, einen zweiten Stoßzahn, den Unterkiefer mit Zähnen und ein Schulterblatt.

Der Archäologe René Wollenweber, der die Ausgrabungen für das zuständige Landesamt für Denkmalpflege (LAD) beaufsichtigt, ist begeistert: „Mit dem Projekt Suedlink durchschneiden wir archäologisch die jahrtausendealte Geschichte der Region.“ Wollenweber verriet auch, dass es auf der Baustelle noch andere spannende Funde gibt, wie Grabstätten, Kochstellen und Vorratsgruben aus der Stein- und Bronzezeit. Diese werden nun sorgfältig dokumentiert und ausgewertet. Die Mammutknochen sind übrigens einer der ganz wenigen Funde dieser Art im nördlichen Baden-Württemberg.

Baubetrieb geht weiter, die Zeit drängt

Inzwischen sind die Fragmente aus dem Erdreich geborgen. Sie werden fachgerecht konserviert, sodass die Baumaßnahmen termingerecht fortgesetzt werden können. In dem knapp 80 Kilometer langen Suedlink-Abschnitt zwischen der bayerisch-baden-württembergischen Grenze bei Großrinderfeld im Main-Tauber-Kreis und Bad Friedrichshall im Landkreis Heilbronn kommen die Tiefbaumaßnahmen zügig voran.

Die Maßnahmen in Lauda-Königshofen haben Anfang 2025 begonnen. „Bis zum Jahresende werden wir die Erdbauarbeiten hier voraussichtlich weitestgehend abgeschlossen haben“, sagt Helene Dann, Projektsprecherin bei Transnet BW. Bei der offenen Bauweise werden Schutzrohre in den offenen Kabelgräben gelegt, die danach wieder verfüllt werden. An Kreuzungen wie Straßen, Bahnlinien, Schutzgebieten oder Gewässern kommen beispielsweise geschlossene Bauweisen zum Einsatz. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Erdkabel mit 525 Kilovolt in die Schutzrohre eingezogen und mit Muffen verbunden.

DC-Trasse über 700 Kilometer in der Erde

Suedlink ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Energiewende hierzulande. Es ist eine fast 700 Kilometer lange Gleichstrom-Erdkabelverbindung, die ab 2028 Ökostrom aus den Windparks im Norden in den Süden von Deutschland transportieren soll. Gebaut wird sie von den beiden Netzbetreibern Transnet BW und Tennet.

Die vorsichtige Freilegung der urzeitlichen Knochen in Lauda-Königshofen ist ein Symbol: Sie verbindet das technische Großprojekt mit dem kulturellen Erbe der Region und macht deutlich, dass Fortschritt und Geschichte gleichermaßen wichtig sind. So kann die Energiewende weiter vollzogen werden – ohne dass Geschichte einfach verschwindet.

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